Feature
20 Jahre. So alt wird The Black Dog in diesem Jahr. Mit neuer Besetzung, neuem Label und einem Arsenal an remasterten Klassikern im Rücken, hat man ein neues Album produziert, dessen Sound sowohl an die warme, analoge Elektronika früherer Zeiten anknüpft, aber auch in neue, technoide Sphären vordringt. Wir sprachen mit Ken Downie und Martin Dust über Morsecode, Trends und Innovationen.
Blog
Apr 15 2008
Pluxus auf Kompakt? Den Namen musste ich erstmal googeln. Hinter dem Projekt stecken offensichtlich drei Schweden, die allerdings nicht für die Rückkehr von Schlagertechno bei Kompakt stehen, sondern laut Wikipedia waschechte ‚Bitpopper‘ sind. Mal von den Wortspielen abgesehen, ist Solid State die Neuauflage des Album gleichen Namens, das bereits 2006 erschienen ist. Pluxus produzieren kompakte, größtenteils instrumentale Tracks, die zwischen verschrobener Vintage-Synthesizer-Madness und klassisch akustischer Instrumentierung primär im experimentell-elektronischen Sektor anzusiedeln sind, auch wenn einige Tracks zumindest eine kleine, gewagte Bassline anklingen lassen, und schüchtern in Richtung Synthpop schielen. Trotzdem dominieren neben einigen entspannteren, fließenden Kompositionen größtenteils die komplexen Rhythmen und Klangexperimente, die zwar interessant anzuhören sind, aber auch teilweise schnell anstrengend werden, und damit sicherlich geteilte Meinungen unter den Kompakt-Freunden auslösen werden. Über die Release-Politik in Köln wunder ich mich ja schon lange nicht mehr.
Apr 15 2008
Twine, das sympathische Coast-to-Coast-Projekt von Chad Mossholder und Greg Malcolm, das seit Beginn seiner Laufbahn eigentlich nur über das Internet von San Diego und Baltimore aus basierend Files tauscht und bearbeitet, bringt tatsächlich ein neues Album heraus. Naja, nicht ganz. Violets ist bereits 2003 entstanden; warum es mit fünf Jahren Verspätung nun endlich erscheint bleibt Geheimnis von Ghostly. Wir freuen uns derweil auf einen weiteren Ausflug in gitarrig-knisternde Elektronika Gefilde. Mitte Juni ist es soweit.
1. Small
2. Endormie
3. In Through The Devices
4. Disconnected
5. From Memory
6. Violets
7. Halo
8. Longsided
9. Lightrain
10. Something Like Eternity
Apr 11 2008
Keine Aldooiiis bei der diesjährigen Timewarp, dafür Jägermeister aus der Flasche, ein tanzender Luciano, und ein Richie Hawtin, der Tracks auflegt, die ich ihm so gar nicht mehr zugetraut hätte, wie beispielsweise Mory Kantes Yeke Yeke oder, und jetzt kommts, Jackos Billie Jean.
(via + mehr)
Apr 11 2008
Lange hat es gedauert, jetzt ist die remasterte Version von Aphex Twins Selected Ambient Works 85-92 auch auf CD und mp3 erhältlich (exklusiv via Beatport). Schon zu Zeiten des Releasedates 1993 wurde viel über das Debütalbum mit dem ikonographischen Cover des Wunderkinds aus Cornwall gesprochen, da der junge Richard D. James einige der Tracks nach eigenen Aussagen bereits im Alter von 14 Jahren komponiert hat, um sie dann auf Kassetten an seine Schulfreunde zu verteilen - der Legende nach wurden einige der Songs auf dem Album von eben diesen Kassetten aus gemastered, was die teilweise stark unterdurchschnittliche Audioqualität erklären würde. Trotzdem gilt das Album mit dem inzwischen leicht irreführenden Namen als ein Klassiker des Elektronik- und Ambientgenres, auch wenn man heutzutage vermutlich eine etwas andere Konnotation von Ambient hat; der Großteil der Tracks auf SAW 85-92 sind durchaus reich an Samples, Beats und Songstrukturen, und Songs wie Xtal, Ageispolis oder Ptolemy gehören zu den wärmsten, eingänglichsten und schlichtweg besten Produktionen von Aphex Twin überhaupt.
Wirklich und wahrhaftig neues Material gibt es aus Sheffield von Snd. Gerade letztens noch als Support von Autechre durch unsere Lande gereist, haben sich die beiden Glitch-Minimalisten tatsächlich mal wieder für eine, bzw. drei neue, extrem limitierte 12″s überreden lassen. Und wenn man sich die Preview bei Boomkat so anhört, dann bleibt auch fast alles beim alten, was aber auch gar nicht schlimm ist, denn kaum jemand verschachtelt so schön Zen-mäßig die Loops wie Snd. Meine Bestellung liegt jedenfalls vor.
Apr 09 2008
Bei John Dahlbäcks Output ist es kaum verwunderlich, dass er auch unter seinem Kaliber Alias schon bei Nummer 18 angekommen ist. Nach einigen Durchhängern kann man aber sagen dass Kaliber wieder zu alter Stärke aufläuft, und gerade auf der A-Seite einen recht fröhlich anmutenden Minimal-House-Track gebastelt hat, der sich hintenraus noch so richtig schön aufschaukelt, und dessen Hookline genau die richtige Mischung zwischen catchy und cheesy trifft. Die B-Seite drückt dann aber doch wieder etwas auf die Euphoriebremse, aber die stotternden Drums der B2 haben auch wieder etwas sehr prägnantes. Ein gutes Kaliber, die 18!
Apr 09 2008
Mit Alter Ego kann man mich ja mittlerweile jagen, aber für alle Freunde des ungemäßigten Knüppeltechno steht ab dem 26. Mai ein Remix Album mit dem Titel What’s Next in den Läden. Und sind wir ehrlich: es kann nur besser werden.
‘Gary’ (Carl Craig Remix)
‘Why Not?!’ (Tim Deluxe Remix)
‘Fuckingham Palace’ (Nerk und Dirk Leyers Remix)
‘Queen Anne’s Revenge’ (Deepgroove and Jamie Anderson Remix)
‘Jolly Joker’ (DJ Koze Nuttich Styler Remix)
‘Why Not?!’ (Joakim Remix)
‘Fuckingham Palace’ (Modeselektor Remix)
‘Jolly Joker’ (Supermayer Remix)
‘Why Not?!’ (Adam Sky Remix)
‘Gary’ (Tiga’s Italia ‘90 Remix)
‘Baby Kraut’ (Bonus Track)
Apr 08 2008
Der Nobelpreis für Literatur wird ihm noch verwehrt, den Pulitzer Preis für Musik hat Bob Dylan jetzt bekommen. Nur 38 Musikern wurde dieser Preis überhaupt verliehen, der letzte war John Coltrane posthum. Glückwunsch!
Apr 07 2008
So der Titel eines weiteren Spitzenartikel aus der Sp0n Schmiede. Unterwürfige Meerkatzen greifen demnach öfters zum Kokain als ihre dominanten Kollegen. Ob sich diese wissenschaftliche Erkenntnis auch auf die Technokultur übertragen lässt, ist fraglich, ebenso wie die posierlichen Äffchen überhaupt von dem weißen Pulver angefixt wurden. Eines ist sicher: Vor Mittags geht im Affenhaus das Licht nicht aus. Also doch eine Parallele zur Technokultur.
Um nicht durch den ständigen Stress und die Angst überlastet zu werden, arbeiten bei den sozial schwächeren Affen eine ganze Reihe von Hirnregionen nur auf Sparflamme, darunter auch das Belohnungszentrum. Da genau dieses durch Kokain aktiviert wird, erzeugt die Droge bei den unterwürfigen Tieren einen stärkeren Anstieg des Wohlbefindens als bei den dominanten (…)
Apr 07 2008
Soap & Skin, das ist der Künstlername von Anja Plaschg, einer inzwischen 18-jährigen Künstlerin, die an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert, und eine klassische Pianoausbildung genossen hat - die Basis ihrer Songs. Mit 16 Jahren kam sie mit dem Berliner Shitkatapult Label in Kontakt, veröffentlichte dort einen Track auf einer 12″ Compilation, und plant für Ende dieses Jahr ihr Debütalbum, eine Mischung aus tieftraurigen Pianostücken, auf der sich ihre fragile Stimme mit dezenten elektronischen Sounds vermischt. Wie weit sie inzwischen als Künstlerin gereift ist, hat der Auftritt im Frankfurter Mousonturm gezeigt.
Es ist ein bestuhltes Konzert in einem kleinen Raum. Kaum zwei Meter trennen die erste Reihe des Publikums von der Bühne, auf der ein einsames Piano steht. Auf dem Piano ein Laptop, das einzige Instrument, daneben eine Leinwand, die jedoch vorerst nur einen monotonen Blauton preisgibt. Die Stimmung ist von Beginn an sehr andächtig, man traut sich kaum zu atmen, ein Foto wäre unangemessen, eine Unterhaltung mit dem Nachbar unvorstellbar. Nur das gelegentliche Eintreten neuer Besucher durchbricht die intime Atmosphäre.
Soap & Skin sitzt schüchtern, leicht gebeugt über ihrem Instrument, richtet oft ihr Mikrofon neu aus, nippt gelegentlich an einer viel zu großen Wasserflasche. Zwischen den Songs spricht sie nicht, ihr kaum hörbares “Dankeschön” geht im Applaus unter. In ihren Songs ein anderes Bild: Ihre Stimme durchdringt den Saal, mal gefühlvoll hauchend, mal verschmerzt schreiend, während ihre Finger elegant und stets anmütig über das Instrument gleiten. Sie beherrscht es, das merkt man, sie spielt präzise, geleitet von der Zeitangabe auf dem Bildschirm geht sie in den sehr kurzen Stücken eine Symbiose mit ihrer Musik ein, sie taucht ab, sie entblößt sich in jedem Stück ein bisschen mehr, und lässt das Publikum daran teilhaben.
Ein Großteil der Songs besteht fast gänzlich aus Piano und der fragilen Stimme, nur wenige werden mit experimentell-elektronischen Beats untermalt, wobei einige durchaus an die Produktionen von Apparat erinnern. Es sind gezielt akzentuierte Höhepunkte, spärlich, aber gewusst eingesetzt. Die Stücke von Soap & Skin sind traurige Pop-Elegien, sie handeln von Trauer, von Schmerz, von Liebe und Gewalt, angetrieben von dem stetigen Gefühl, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, von einem geradezu verstörenden, aber nicht minder faszinierenden Weltschmerz. Ihre Stimme erhebt sich aus dem rauschenden Elektronikteppich, sie verstärkt sich im Einklang mit den Noten, und geht mit einem durchdringenden Schreien und Flehen dem Klimax entgegen.
Nach gut 50 Minuten erhebt sie sich, stellt sich in die Dunkelheit neben die Leinwand, wo in hektischer Stop-Motion-Manier immer wieder eine nackte Gestalt inmitten eines Schweinestalls auftaucht. Soap & Skin weiß genau wie ihre Musik wirkt, und sie weiß ebenfalls über die Provokation ihrer Performance Bescheid, und wie die Zuschauer darauf reagieren. Zunächst mit unsicherem Schweigen, mit gespanntem Warten ob hier noch etwas folgt, dann mit zurückhaltendem, aber ehrlichem Applaus. Sie kehrt zurück auf die Bühne, spielt ein weiteres Kleinod auf dem Piano, und gibt dann schüchtern zu, dass sie leider nicht mehr Songs parat an. Dabei huscht ihr tatsächlich ein kleines, entwaffnendes Lächeln über das Gesicht.
# Livevideo, Salzburg 2008 @ Youtube
Apr 05 2008
Ging ja doch recht fix, gemessen am Zeitraum zwischen den letzten Redesigns. Mir gefällts, ich steh auf Magazinlayout.
Apr 05 2008
Die Antwort auf die Frage, warum Ableton-Live überbewertet ist, findet ihr in diesem Video ;)
Apr 05 2008
Bei Numblog schon vor ein paar Tagen erwähnt, möchte ich auch nochmal auf diesen kleinen aber feinen Service namens Soundamus hinweisen, der anhand eines last.fm Profils Platten auflistet, die in Zukunft herauskommen. Da die Liste auf der persönlichen Playlist bei last.fm basiert, werden auch nur Veröffentlichungen gelistet, die zu den gescrobbelten Tracks passen. Wenn jetzt doch nur noch die Einbindung in den Google Calendar etwas besser funktionieren würde, so dass man alle Releases auf einmal eingetragen bekommt…
Apr 04 2008

Seit einiger Zeit stehe ich wieder sehr auf diesen angejazzten Housesound á la Sonar Kollektiv, Drumpoet Community und Compost, die momentan ja einen Hit auf den nächsten folgen lassen. Sehr erfreulich also, dass es nicht nur neue Alben von Soulphiction und Roland Appel, eine Compilation von Drumpoet und einen sehr sehr guten Mix von Jay Shepheard in der Compost Black Label Series gibt (mein Review davon ist in der nächsten De:Bug zu finden), sondern man bei Sonar Kollektiv den Geburtstag mit einer etwas anderen Compilation feiert: Guaranteed Niceness vereint sechs SängerInnen, vier Streicher, drei Bläser und eine Rhythmusgruppe, die 13 Tracks, darunter auch einige Klassiker des Labels, neu eingespielt haben. Da kann der Titel ja eigentlich nur Programm sein. Releasedate ist der 26. Mai.
Apr 04 2008
Inzwischen fragt man sich ja, ob man wirklich noch einen großen Musikanbieter braucht. Mit iTunes und Amazon scheint der Markt schon recht gut dominiert zu sein. Jetzt möchte auch Rupert Murdoch ein Stück vom Kuchen, und hat sich für das geplante MySpace Music bereits die Genehmigung von drei der vier großen Major Label gesichert (EMI ist als einziger noch nicht dabei, wird vermutlich aber auch bald nachziehen), um in Zukunft in den mp3 Markt einsteigen zu können. Und das, nachdem Universal im Jahr 2006 MySpace noch wegen Copyrighverletzung verklagt hat.
Wie die New York Times berichtet, denkt man auch bereits über ein Abonnement nach, mit dem man eine unbegrenzte Anzahl, offensichtlich DRM-freier, mp3s pro Monat herunterladen und streamen kann - Stichwort Flatrate. Der Clou wird allerdings der Community-Aspekt sein, der MySpace möglicherweise von iTunes abgrenzen kann. Wie genau das allerdings aussehen wird ist noch unklar - ebenso wie ein klarer Termin für den Launch des Service. Mir wird ja fast etwas schwindlig wenn ich an diese Seite denke…man kann nur hoffen dass sie besser aussieht als MySpace selbst.
Shortcuts
Der M_nus Cube
[8.5.08]
Und wieder eine neue Konzeptidee aus dem Hause M_nus: The Cube. Was genau das ist, kann ich noch nicht so richtig nachvollziehen, aber es ist wohl irgendetwas, bei dem man sich bei M_nus Liveshows registrieren kann um dann irgendwelche Goodies anzustauben…whatever. Zum Glück bin ich nicht der einzige, der das alles etwas irritierend findet. “May […]
Magdas Laptop in Erfurt geklaut
[7.5.08]
Da fragt man sich schon, was für Vollidioten das sind, die in einen Club gehen, um dann dem DJ sein Equipment zu klauen. Erst letzten Monat hat in New York jemand die externe Festplatte von Matthew Dear gestohlen, und zwar während des Sets, was natürlich gleich doppelt dreist ist, und jetzt hat es offensichtlich Magdas […]
Soundmap of Cologne
[24.4.08]
Ich bin ja bekennender Fan von Field Recordings. Gerade Aufnahmen von Bahnhöfen oder ähnlichen öffentlichen ‘urbanen’ Plätzen hatten schon immer eine gewisse Anziehungskraft für mich. Daher find ich so ein Projekt wie die Soundmap of Cologne auch sehr spannend: Field Recordings von allen möglichen Ort in und um Köln. Vom Stadtwald zum Airport und zurück, […]
Burial DJ Kicks
[22.4.08]
Christoph wollte nicht, dass ich es gestern blogge, aber da es inzwischen sowieso überall die Runde gemacht hat, kann ich auch nochmal rasch darauf hinweisen: Burial himself wird eine DJ-Kicks CD abliefern, und wie man munkelt, wird er darauf seine Lieblings Dubstep-, Techno- und R’n’B-Tracks zusammen mit exklusivem Material vermischen. Releasedate? 23. Juni.
Neues von Stereolab und Massive Attack
[22.4.08]
Was haben Stereolab und Massive Attack gemeinsam? Eine richtige Antwort wäre, dass beides britische Bands sind, die in den 90er Jahren großartige Platten gemacht haben, nach 2000 jedoch zunehmends in der Mittelmäßigkeit verschwanden. Wo Massive Attack mit 100th Window halbherzig versuchten, den Vibe und Erfolg von Mezzanine zu wiederholen, hat man sich auch bei Stereolab […]
Ghostly International gibt einen aus!
[21.4.08]
Im beschaulichen Michigan ist der Sitz des wunderbaren Ghostly International Labels. Dieses gibt nun Einen aus: ganze 19 Tracks sind auf der zum kostenlosen Download bereit stehenden Compilation Ghostly Swim vertreten. Alteingessene Labelmates wie Dabrye, Matthew Dear oder Tycho sind gewohnt stark. Neuzugang Michna ist eine richtige Entdeckung, hatte er doch zuletzt das Bonde De […]