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30. November 2009, 17:12

Internes

Was war, was wird und eine Umfrage

perspective

Ich halte mich auf dieser Seite generell mit Meta-Artikeln zurück, und beschränke mich wenn dann zumeist darauf, das ein oder andere größere Update anzukündigen, oder auf kurzfristige Pausen hinzuweisen. Wie aufmerksame Leser allerdings vielleicht bemerkt haben, gab es in diesem Jahr hier eigentlich mehr Pausen als Inhalt, und dafür möchte ich mich zwar nicht entschuldigen, aber vielleicht das ganze Jahr etwas in Perspektive setzen, vor allem auch für mich persönlich.

TheLastBeat gibt es mittlerweile seit ziemlich genau fünf Jahren (die Domain seit 2004, aber ich wusste erst nicht so recht etwas damit anzufangen), ich persönlich blogge nun schon seit deren neun. Prinzipiell hat die Entwicklung der Seite meine anfänglichen Erwartungen übertroffen, ohne dabei der wirklich große Wurf zu werden, den ich aber auch nie wollte. Zwischen Sommer 2008 und Anfang 2009 gab es zwar einen mittelgroßen Sprung in Sachen Besucherzahlen, die seitdem ungefähr auf dem gleichen Stand geblieben sind, aber es ist immer noch kein Vergleich zu einigen englischsprachigen Blogs mit gleichem Schwerpunkt. Klar, vielleicht hätte man das noch maximieren können über die üblichen Kanäle, aber ich fand es immer lästig, jeden Eintrag über Twitter, Facebook, MySpace, schlagmichtot anzukündigen, und auch über richtige SEO hab ich mich nie wirklich gekümmert. Gregor von der Machtdose hat es seinerseits recht passend ausgedrückt: “Die Leserbeteiligung ist bis heute weit unter meinen Erwartungen geblieben, kann aber mittlerweile damit leben.” Das und die Tatsache, dass es hier immer noch keine Werbung gibt, obwohl es schon durchaus interessante Anfragen von den üblichen Verdächtigen gab, hängt vielleicht auch mit meiner etwas idealistischen Vorstellung vom Bloggen zusammen.

Die letzten Jahre habe ich mit jedem jährlichen Update versucht, die Seite etwas in die Onlinemagazin-Richtung zu drücken. Inzwischen weiß ich, dass das schon immer etwas blauäugig und vielleicht auch überambitioniert war. Denn um so etwas wirklich ernsthaft und intensiv betreiben zu können, braucht es viel Zeit und/oder genug Mitwirkende. An beidem hat es vor allem in diesem Jahr gefehlt. Ich hatte zwar eine Weile eine halbherzige Einladung für zusätzliche Schreiber im Impressum stehen, auf die es auch einige Anfragen gab, ich mich aber schließlich doch dagegen entschieden habe, vielleicht auch weil ich mir schwer damit tue, mit “fremden” Leuten zusammenzuarbeiten. Und auch wenn wir aktuell zu dritt sind, so stammt der Großteil der Einträge doch aus meiner Feder, auch wenn ich Kai/Rydm an dieser Stelle bescheinigen darf, sich dieses Jahr aufopfernd um den Beatcast gekümmert zu haben (dem es trotz recht guter Downloadzahlen leider an chronischem Feedback mangelt). All das ist nicht weiter tragisch, ich habe mich damit abgefunden, dass es eben etwas weniger Inhalte gibt, die ich dafür aber auch verwalten kann, ohne jemandem auf die Füße zu treten. Und auch wenn die Anzahl der eingehenden Promos kontinuierlich ansteigt, soll die Seite auch weiterhin nur für das stehen, mit dem ich mich auch persönlich identifizieren kann.

Wichtiger ist jedoch der Zeit- und vor allen Motivationsaspekt. Und gerade hier war 2009 ein wirklich mieses Jahr. Wie einige vielleicht wissen, habe ich in diesem Jahr mein Studium abgeschlossen, und war gerade zwischen März und September größtenteils mit der Magisterarbeit beschäftigt. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sage, dass ich jeden Tag 8+ Stunden am Schreiben war, aber sehr oft hatte ich auch nach einem arbeitsintensiven Nachmittag einfach keine Lust mehr, abends noch ein Review zu schreiben (abgesehen davon, dass ich mittlerweile ohnehin eine recht desillusionierte Einstellung gegenüber Reviews habe, aber das erkläre ich nochmal in einen separaten Eintrag). Ich habe seitdem auch einen großen Respekt vor all denen, die wirklich Vollzeit arbeiten und trotzdem noch genug Zeit und vor allem Muße finden, regelmäßig etwas zu schreiben. All das hat sich letztendlich auch auf meine Beziehung zur Musik und dem darüber Bloggen ausgewirkt. Lange Rede, kurzer Sinn: in den letzten fünf Jahren habe ich in keinem so wenig Musik gekauft, so wenig Musik konsumiert und und so wenig Konzerte und Clubs besucht wie in diesem. Allein die reine Anzahl an Musik die ich habe, beträgt in diesem Jahr nur knapp die Hälfte des Vorjahres. Das ist zwar per se nichts schlechtes, vielleicht sogar etwas gutes, allerdings kann ich nicht sagen, dadurch wirklich intensiver Musik gehört zu haben. Im Gegenteil, größtenteils habe ich Musik nur als Hintergrundgeräusch wahrgenommen – ob das nun mit meiner gesteigerten Beschäftigung oder anderen Gründen zusammenhängt sei dahingestellt. Fakt ist, dass sich das wieder ändern muss.

Ich sage an dieser Stelle aber nicht, dass alles besser wird, dass es in Zukunft mehr Features, mehr Reviews oder sonstiges geben wird. Ich weiß noch nicht, wo mich mein Leben nach dem Studium hinführen wird, und wie sich das mit dieser Seite und auch der Liebe zur Musik vereinbaren lässt, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben eben nicht mehr die Möglichkeit habe, den ganzen Tag über Musik zu hören, sondern mir wirklich auch Zeit dafür nehmen muss. Mit dem Ende dieses Lebensabschnittes habe ich das Gefühl, nicht nur persönlich, sondern auch zu TheLastBeat wieder eine neue und auch andere Perspektive bekommen zu müssen. Denn eigentlich macht mir die Bloggerei auch nach zehn Jahren und regelmäßigen Durchhängern immer noch Spaß. Vielleicht lässt sich hierauf aufbauen. Und auch wenn sich hier auch weiterhin die gleichen Nasen herumtreiben bin ich eigentlich schon zufrieden. :)

[Pic by cwangdom]