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thelastbeat.com. Sympathy for Disruption. Elektronische Musik, Netzkultur und Anti-Establishment, portioniert serviert im Blogformat, pikant gespickt mit ausgewählten Interviews, Features und Reviews, und abgeschmeckt mit einer Brise Netaudio, unkontrolliert gebraut seit 2005.
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Transition

Angesichts der steigenden Masse von mit Traktor/Ableton zusammengeflickten Technomixen im Netz, die zwar nicht zwangsweise schlecht gemacht sind (wie auch), aber deren Tracklisten sich größtenteils mit dem Freehost-Output russischer Blogs oder pseudo-privater Torrentseiten decken (was sicherlich auch nur reiner Zufall ist), blicke ich desillusioniert auf meine eigenen, ohnehin spärlich gesähten digitalen DJ-Experimente. Vermutlich war es aus dieser Überlegung heraus, warum ich mir heute einen neuen, zeitgemäßen Plattenspieler geleistet habe. Denn sind wir ehrlich: Mit Trackauswahl alleine rockt man heutzutage doch auch keinen Dorfclub mehr. Auch wenn einige der erwähnten Mixe durchaus gut sind.

[ich führe meine letzten postings auf die post-berlin-depression zurück]

7 Meldungen zu “Transition”
  1. 1
    Carsten (2.4.08, 20:23):

    Fingerspitzengefühl, Erfahrung und ein Gespür für die Leute im Club gibt’s zum Glück noch nicht als Software. In sofern sind die Mittel zwar demokratisiert worden, was ja eine gute Sache ist – aber im Kinderzimmer einen guten Mix zu basteln (zumal am Rechner) macht halt immer noch keinen guten Club DJ. Falls dich das tröstet ;)

  2. 2
    Eikman (2.4.08, 23:06):

    Ach, ich bin ja als Ableton-Mixer eigentliche der letzte der sich darüber auslassen sollte…

  3. 3
    sma (2.4.08, 23:50):

    Also womit lässt sich denn dann ein Dorfclub rocken, wenn nicht mit der Auswahl der Tracks und dem Mixing? Ich mag mich da jetzt angesprochen fühlen, da ich in den letzten Wochen sehr viele Mixe im Weblog veröffentlicht habe, muss aber auch ganz grundsätzlich sagen, dass ich diese ganze konservative “back to the roots, ich mach jetzt Vinyl, whatever” Einstellung, die sich dieser Tage in so vielen “seriösen” Techno Weblogs findet, auch ein bisschen leid bin.

  4. 4
    Eikman (3.4.08, 00:57):

    Zunächst muss ich sagen, dass mein Posting durchaus ironisch gemeint war, denn a) gehöre ich wie erwähnt selbst zu den mp3 Mixern und b) habe ich mir nur einen neuen Plattenspieler gekauft, so dass sich an a) vermutlich auch so schnell nichts ändern wird. Hätte mir aber denken können das ich damit an einigen Stellen anecke ;)

    Prinzipiell sollte man sich gar nicht darüber aufregen. Wer Spaß daran hat zu mixen, egal wie und was, sollte das einfach machen. Wer seine Tracks von Waffles/w-ki/ whatever zieht (und häufig kann man ganz genau sagen woher sie stammen) und mit einer gecrackten Traktorversion und Desktopspeakern zusammenschraubt, dann soll er das eben tun. Was man aber nicht verneinen kann, ist das man bei einem Vinylmix zumindestens noch behaupten kann dafür gearbeitet zu haben, die Platten zu kaufen, zu besitzen und zu mixen. Wer illegal heruntergeladene mp3s durch ein Programm jagt, kann sich das vermutlich nur einreden, was aber auch ganz einfach geht. Geht ja schließlich nur um die Musik, und das Ziel ist entscheidend, nicht der Weg. (Achtung Ironie!)

    Dahinter steckt aber auch eine Grundsatzdiskussion, in die ich nicht einsteigen möchte…

  5. 5
    sma (3.4.08, 07:36):

    Ja, gut, da magst du recht haben, aber dieses “dafür gearbeitet haben” ist mir, um ehrlich zu sein, absolut egal. Ich kaufe selbst sehr regelmässig Platten und habe daher nicht den Eindruck, nicht für die Mixe “zu arbeiten”, auch wenn die bei mir Digital mit Traktor “zusammengeschraubt” bzw. “durchgejagt” werden. Ironisch finde ich diese Debatte einfach nicht, weil sie fast überall andauernd geführt wird und ich nicht verstehe, warum man darüber überhaupt nicht debattieren muss. Genau wie über die Frage, ob Minimal tot/gut/schlecht/schön/hässlich/männlich/weiblich ist. Ich mache zum Beispiel mixe, weil ich die Musik, die mir gefällt, gern in gemixter Form hören möchte und so noch nicht in anderen Mixen vorgefunden habe. Ich mache mir das, was ich hören möchte, also selbst. Und dass dort neues Material vorkommt, ist doch eigentlich nur selbstverständlich. Denn nichts anderes wird ja in MP3 Weblogs veröffentlicht: neues Material bzw. neue Musik. Das gleiche gibt es ja schliesslich auch bei Beatport, und den Leuten, die dort die neuesten, hippen Tracks kaufen, wirft bestimmt niemand vor, nicht für ihre Musik zu arbeiten.

    Na ja, wie auch immer. Ich weiss auch nicht, warum ich mich an diesem Thema so erhitze. Sorry dafür.

  6. 6
    beingboring (3.4.08, 19:45):

    also ich möchte bezweifeln, dass all die “richtigen” DJs ihre Platten auch tatsächlich gekauft haben - denn schließlich werden diese mit Promos doch nur so überschüttet. überhaupt bereitet mir das argument “wenigstens dafür gearbeitet zu haben” ziemlich bauchschmerzen… wer kann sich denn vinylplatten überhaupt leisten? in meinen augen ist das heutzutage ein luxusartikel für menschen, die sich sowas leisten können. ich habe einen vollzeitjob, aber wenn ich mir all die mp3s, die ich im netz kaufe, auf vinyl kaufen würde, könnte ich meine miete nicht mehr zahlen (und hätte auf den schallplatten zudem noch mindestens zur hälfte tracks, die auch gar nicht hören möchte)

    die diskussion, ob ein mix nun mit 2 technics oder traktor/ableton oder was auch immer produziert wurde, halte ich schlicht für engstirnig und konservativ: für mich zählt am ende das ergebnis - und hier sind viele ins netz gestellte wohnzimmer-mixe schlicht mutiger, experimentierfreudiger und stimmungsvoller als sämtliche mix-CDs, die man im laden kaufen kann

    (den text schrieb jemand, der ohne seinen täglichen sma-mix im auto nicht mehr zur arbeit fahren kann :-))

  7. 7
    Eikman (4.4.08, 01:46):

    Ich fühle mich missverstanden.

    (aber die sma-mixe sind doch ganz ok :-p )


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