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28. June 2007, 17:54

Alben

The Tuss – Rushup Edge

Die PR Abteilung von Rephlex wusste schon immer Verwirrung zu stiften wenn es um die Identität neuer Künstler ging, und in der Regel tritt ein Name immer dann auf wenn es keine weiteren Informationen gibt: Richard D James aka Aphex Twin. Schon vor einigen Jahren ging das Gerücht um dass sich der Chef von Rephlex hinter dem Astrobotnia Projekt versteckt hat um neues Material zu veröffentlichen, und auch wenn es inzwischen offiziell als Alter Ego von Labelkollege Ovuca identifiziert wurde, spukt der Name von Richard James immer noch in einigen Köpfen herum.

Nun brodelt die Gerüchteküche wieder einmal – Grund für die Aufregung ist The Tuss, ein ähnlich anonymes Projekt, dass in Sachen Sounddesign stark an Aphex Twin’s Analord Serie erinnert, und dadurch natürlich sofort mit jenem assoziiert wird. Wer nun wirklich dahinter steckt ist immer noch nicht 100 prozentig gelüftet; Offiziell ist The Tuss angeblich ein Projekt von Brian und Karen Tregaskin – von beiden Namen hat man noch nie etwas gehört, und es ist mehr als wahrscheinlich dass es sich hierbei um eine Ente handelt.
Die Schnitzeljagd geht weiter, Louis Pattison spricht im Guardian gar von dem “Da Vinci Code for techno nutters“, und führt folgende Beweise an die auf Richard James schließen lassen: Zum einen wird The Tuss von Chrysalis vertrieben, Aphex’ Publisher of choice. Desweiteren findet sich angeblich ein Track von the Tuss in einem 2005er Liveset von Aphex Twin wieder, und schließlich ist da noch die Sache mit dem Yamaha GX1, einem riesigen Synthesizer, der so rar ist, dass es nur wenige überhaupt gibt, und gerade Aphex Twin gehört natürlich zu den wenigen Besitzern. Auf der MySpace Seite von The Tuss werden die Vorwürfe dementiert: Weder steckt Aphex Twin dahinter, noch wird der GX1 überhaupt benutzt, auch wenn einige den Sound erkennen wollen und ein Track sogar den Titel GX1 Solo trägt. Sehr seltsam.
Boomkat erklärt dagegen ganz offen, möglicherweise auch um die Verkaufszahlen zu steigern, dass es sich hier ohne Zweifel um das neue Album von Aphex Twin handelt, und bringt gleich noch weitere hochkarätige Mitstreiter ins Boot:

Probably not quite the best kept secret in electronic music after all, it seems that those rumours have all but been confirmed – what you have in front of you here is quite possibly a brand new album from Richard D James, this time under his latest incarnation – “The Tuss”. Yes, for all intents and purposes this is the new Aphex Twin album we all thought we’d have to wait some years for, all brand new material with some “mysterious” contributors (Drexciyan DJ Stingray aka Sherard Ingram among others, apparently) to keep you on your toes.

Auf last.fm dagegen taucht ein weiterer alter Bekannter auf, Tom Jenkinson alias Squarepusher soll ebenfalls seine Finger im Spiel haben, genau wie Luke Vibert. So langsam wird es abenteuerlich…ist The Tuss etwa die neue IDM Supergroup?

according to watmm forums a guy at rephlex confirmes that apparently it’s richard (d james) and tom (squarepusher) for the most part – the tuss being a rather gay abbreviation of “the two of us” although sherard ingram, chris jeffs and luke vibert play a contributory role. it’s a bunch of tracks that rich and tom have jammed out over the last few years. with occasional cameos from the others

Rephlex jedenfalls hat das Ziel erreicht: Niemand weiß so genau wer dahintersteckt, Richard D. James, der alte Schelm, wird sich so oder so ins Fäustchen lachen weil sich das Album anhand der Gerüchte vermutlich ganz gut verkauft, und den Käufer erwartet auf Rushup Edge, dem 6-Track Album ziemlich gute Musik, egal wer sie letztendlich gemacht hat: Analoge Synthesizer Attacken, harsche Snaredrums, nervöse Breaks, aber trotzdem mit feinen, wenn auch gebrochenen Melodien. Als Bonus gibt es dann noch ein fast ambient-mäßiges Stück, dass wie Aphex Twin zu Analogue Bubblebath Zeiten vor sich hin blubbert. Kurzum: Rushup Edge klingt einfach wie vintage Aphex Twin, da gibt es nichts dran zu rütteln. Und auch wenn die ganze Sache so dermaßen nach 1995 klingt, ist das Album bei aller Nostalgie eine der frischsten Platten auf Rephlex seit langem, und im Gegensatz zu den doch stark variierenden Analord Tracks, reichen hier 32 Minuten völlig aus um ein solides Minialbum abzuliefern. Und dazu gibt es ja schließlich auch noch eine 3-Track EP namens Confederation Through, wem das nicht reicht.

Oh, hab ich jetzt The Tuss doch auf Richard’s Kappe geschrieben? Sind wir ehrlich, einen solchen Trademark Sound kann man einfach nicht verstecken…

# The Tuss @ Boomkat
# The Tuss @ Amazon.de

7 Kommentare

  1. coicoi

    kann man “the tuss” als “der raufbold” übersetzen?

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  2. Cataclysm

    wenn das nicht mr. james himself ist…
    dann fress ich meine shorts!

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  3. hebel

    Finde die basslines und der electro einfluss klingen total nach Sherard Ingram/Urban Tribe (ähnlich der neuen Urban Tribe maxi auf Trust). Aber was heisst das schon…

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  4. Cornel

    Auf der myspace Seite steht ganz klar: Bandmitglieder Richard D James

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  5. Eikman

    vor zwei monaten stand das sicherlich noch nicht da ;)

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  6. mate

    http://www.youtube.com/watch?v=-G212r6ZWQM

    ab ca 1:30 läuft hier rushup bank 12 auf dem aphex gig

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  7. LuideLu

    Halloechen, jo wieder mal Rätseln aber wenn ich ” The Tuss ” höre, sprich den Track “Alspacka “, kann man zuweilen stücke von ” AFX ” raushören, wenn nicht etwa noch andere Musikstücke von Richard D. James.

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