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6. January 2011, 22:12

the.last.beat

Soundcloud löscht Mixtapes

soundcloud

Schon zum Jahreswechsel tauchten auf Twitter erste Meldungen auf, dass Soundcloud inzwischen immer mehr Material wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen löscht. Schnell wurden Vermutungen laut, dass dies nicht erst nach Beschwerden der Rechteinhaber geschieht, sondern tatsächlich ein automatisierter Prozess ist. Inzwischen gibt es auch von offizieller Seite ein Statement diesbezüglich, was die Vermutung bestätigt. Ein Auszug:

Starting in the last few weeks we’ve turned on an automatic content identification system, similar to those used on other major media sharing sites. The system is used primarily for identifying audio that rightsholders have requested to be taken off SoundCloud. This is good news because it makes it easier for artists, labels and other content owners to control how the content they’ve created is available. And when you upload your own audio to SoundCloud, we can find out more quickly if somebody is uploading a copy to their own page without your permission.

Peter von den Blogrebellen spricht von Zensur, was meines Erachtens etwas reißerisch ist, aber wieder zur rechtlichen Grauzone führt, in der sich Mitschnitte von Livesets und Mixtapes befinden. Die wichtige Frage ist aber: Ist dies das Ende von Soundcloud? Es wäre sicherlich ein Verlust, hat sich die Plattform doch in den letzten beiden Jahren als erste Adresse für Mixe etabliert. Aber so ist es immer: Mit steigender Popularität und Wirtschaftlichkeit werden auch die Rechteinhaber wach und fangen an, Druck auszuüben.

6 Kommentare

  1. Olli

    Das war, meiner Meinung nach, abzusehen. Das es jetzt erst kommt, wundert mich. Dafür werden dann aber, sollte Soundcloud weit härter zugreifen, Plattformen wie Mixcloud etc. evtl. interessanter.
    Nebenbei, wir haben rund 15 – 20 Sets auf Soundcloud und davon wurde bisher eins gelöscht, wobei es in einigen anderen bestimmt ebenwürdigen Content gibt. Abwarten…

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  2. Uli

    Ich bin eher überrascht, dass das so lange gedauert hat. Im letzten Jahr hat sich Soundcloud doch recht weit als Anbieter für einzeln gestreamte Tracks und teilweise schon Alben etabliert, die sowohl von EinzelkünstlerInnen, kleinen und großen Independents als auch mittlerweile von manchen Majors genutzt wird um ihre Neuwaren in Online-Magazinen und Blogs weiterzuverbreiten. Das dürfte eine deutlich profitablere Ausrichtung sein (irgendwann wollen ja auch mal all die Investoren etwas zurück bekommen) als die zur Plattform für Mixe und Mashups. Insofern war es nur eine Frage der Zeit bis sich Soundcloud auf originäre Inhalte konzentrieren würde.

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  3. Eikman

    @Uli: Das stimmt sicherlich, aber ich glaube, dass Soundcloud trotzdem einen Großteil seiner Popularität als Hoster von Mixen und Livesets verdankt (und dem recht guten Embedded-Player). Sollte dieser Aspekt wegfallen, weil immer mehr Mixe automatisch verschwinden, wird sich auch ein Teil der Nutzer wieder abwenden (auf Twitter finden sich schon diverse Unmutsäußerungen), und damit sinkt vielleicht auch die Attraktivität für die Anbieter von Originalinhalten möglicherweise wieder. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die Sache entwickelt.

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  4. Uli

    @Eikman: Keine Frage, DJs und Produzenten haben Soundcloud überhaupt erst dahin gebracht, dass es für Labels attraktiv wurde. Wie weit deren Abgänge schaden werden, wird sich zeigen.

    Was mich aber auch sehr interessiert ist, ob Soundcloud nicht mal Ärger mit den diversen Rechteverwertern wie GEMA bekommt. Ich habe jedenfalls bisher nirgendwo gelesen, dass mit denen Abkommen geschlossen wurden.

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  5. Eikman

    @Uli: Ich könnte mir vorstellen, dass das neue automatisierte Verfahren möglicherweise gerade aufgrund des Drucks von Rechteinhabern/verwertern durchgesetzt wird.

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  6. wehkah

    Sondcloud ist ja eigentlich zum Austausch unter Musikern gedacht und nicht primär als Plattform für DJ Mixes. Das DJ Mixes generell immer Material beinhalten die Copyright-geschützt sind ist klar, da sollte die Musikindustrie mal schnallen, dass Erst-Hörer oder Fans eben Kunden sind und keine Feinde. Was können Enthusiasten dafür wenn die Musikindustrie zu spät kapiert wozu das Internet genutzt werden kann?

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