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thelastbeat.com. Sympathy for Disruption. Elektronische Musik, Netzkultur und Anti-Establishment, portioniert serviert im Blogformat, pikant gespickt mit ausgewählten Interviews, Features und Reviews, und abgeschmeckt mit einer Brise Netaudio, unkontrolliert gebraut seit 2005.
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Sonar 2006 - Resume I

Donnerstag

Der Donnerstag beim Sonar fängt gewöhnlich eher relaxt an; Die Bühnen sind für spanische und unbekanntere Artists vorbehalten, weswegen es normalerweise weniger Leute anzieht, man dafür aber immer wieder tolle Acts entdecken kann. Dieses Jahr war es nicht viel anders: Gleich der in Barcelona ansässige Joan Malé aka Salad eröffnete das Festival mit einem tollen abstrakten, aber trotzdem treibenden Sound mit 8-Bit Einflüssen. Das Highlight und gleichzeit der bekannteste Actd es ersten Tages waren sicherlich The Knife. Das schwedischen Geschwister-Paar, das auf Platte durchaus gut ist (vor allem die Remixe) hat mich jedoch live nicht überzeugt. Auch wenn viele anderer Meinung waren, für mich war die Show zu sehr auf Kunst getrimmt, zu affektiert. Vor der Bühne war ein Vorhang, der als Leinwand diente, so dass man nur Lichter im Hintergrund und die Schatten von den beiden gesehen hat. Die Aktionen und Bewegungen auf der Bühne waren so spärlich, dass ich mich gefragt habe wieviel davon nun Playback ist und wieviel live. Nein so etwas beeindruckt mich nicht (mehr).
Deswegen war ich froh als ich mit Pete Philly & Perquisite wieder etwas ‘handfestes’ präsentiert bekam. Die Amsterdamer Hip Hop Combo mit MC und Violine war nämlich mehr als unterhaltsam, ebenso wie das anschließende DJ Set von Aardvarck, der weniger in die Detroit-Ecke ging als ich erwartet hätte. Kanta Horio war sicherlich vom Setup der interessanteste Act des ersten Tages - er ließ kleine Metallnieten auf einer Art Magnetplatte ‘tanzen’ und hat den dadurch erzeugten Sound durch seinen Laptop geschleift, was der Bezeichnung von ‘Advanced Music’ sicherlich am nächsten kommt. Ebenfalls unüblich war das Bühnenbild bei den britischen Shit & Shine - vier Drums und zwei Bässe sorgten für einen Percussionsound, der sich fast auf einen kompletten langen Track verteilte, wobei nur Nuancen im Rhythmus verändert wurden.

Das Mobilee Showcase am Donnerstag Abend (Flyer) brachte nach etwas langsamen Start (ich war auch viel zu früh dort) den Raum Club zum Tanzen. Vor allem die Live Performance von Exercise One und das DJ Set von Sebo K. zeigten die minimale Verspieltheit des Labels, und der Grund, warum Mobilee inzwischen auf dem Weg nach ganz oben ist. Um mich nicht schon am ersten Abend total zu verausgaben, musste ich aber kurz vor Ende von Anja Schneiders Set gegen 4 Uhr mein Hotel aufsuchen, wobei mich gleich zwei Prostituierte tätlich angegriffen haben in der Hoffnung ein kleines Geschäft.

Ich liebe Barcelona, jedes jahr ein bisschen mehr.


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