Als bekannt wurde, dass bei der Weltmeisterschaft 2006 anstelle des deutschen Bieres nur amerikanisches Bier der Firma Annheuser Busch (die vor allem die amerikanische Version von Budweiser vertreibt), ausgeschenkt wird, war die Empörung dementsprechend groß. Nun, gut 9 Monate vor der WM, ist die Diskussion zwar abgeklungen (die Seite wm-bier2006.de ist z.B. gar nicht mehr zu erreichen), vor allem deswegen weil sich Bitburger durch einen juristischen Schachzug ebenfalls das Ausschankrecht in allen WM-Stadien gesichert hat. So wird man wenigstens zwischen Bud und Bit wählen können, und diese Entscheidung sollte jedem versierten Fußball-, und dadurch zumeist auch Bierfan, relativ leicht fallen.
Doch auch wenn die Bierfrage inzwischen einigermaßen geklärt scheint, gibt es nun Verstimmung aus einer anderen Ecke: Denn Lokalkolorit wird es bei der WM nicht geben, zumindestens nicht in Frankfurt. Dort wurde nämlich die Ausschenkung von Apfelwein im Stadion untersagt. Zu groß sei die Konkurrenz für den Bierausschank. Die Frankfurter Rundschau berichtet darüber in lokalpatriotisch-beißender Art:
Zwar wird die Alleinherrschaft des US-amerikanischen Dünnbiers aus dem Hause Annheuser-Busch durch dessen Kooperation mit der Bitburger Brauerei gebrochen sein, aber die Freunde des Ebbelweis gucken vermutlich in die Röhre. [...] Schließlich sei der Getränkeverkauf fest in den lizensierten Händen von Coca-Cola und Annheuser-Busch, und er [Gerd Graus, Pressesprecher des Organisationskomitees] glaubt kaum, dass die sich Konkurrent ins Bett holen, “zumal es sich um ein alkoholisches Getränk” handle - eine Aussage, die man bei sehr wohlwollender Auslegung allerdings auch über die Annheuser-Busch-Plörre machen könnte. [...] Es deutet also alles darauf hin: Dank dem eisernen Gewinnmaximierungswillen der FIFA und der Sturheit der Lizenzbetreiber wird wohl gelten: Gerippte nur draußen!
Immerhin: Die Chance auf Handkäs im Stadion besteht, denn schließlich gibt es in Nürnberg auch die entsprechenden Würstchen.


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