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30. August 2007, 01:48

Alben

Robag Wruhme – The Lost Archive 1998-2007


Natürlich ist es etwas gewagt zu sagen, dass man mit Robag Wruhme und den Wighnomy Brothers nie falsch liegen kann. Fakt ist jedoch, dass ich mich an keinen Track von Germany’s Frickelelektroniker No.1 erinnern kann, der mir nicht gefallen hat. Bei einer Karriere, die nun schon über eine Dekade anhält, fünf Alben mit Beefcake, einem Album als Robag Wruhme, zwei Remix Alben als Wighnomy Brothers und einem guten Dutzend Platten auf dem eigenen Freude am Tanzen Label ist das schon eine beachtliche Leistung. Kein schlechter Zeitpunkt um Bilanz zu ziehen, und was bietet sich besser an als eine Compilation aus den letzten zehn Jahren, inkl. einiger unveröffentlichter Tracks.

Die Compilation The Lost Archive 1998-2007 dokumentiert zehn Jahre Robag Wruhme, zehn Jahre als DJ und Producer, die Entwicklung vom Underground IDM Act zum angesagtesten Remixer der Nation, eine Beständigkeit, die seinesgleichen sucht, und trotzdem auch das Facettenreichtum des Producers bestens dokumentiert.

Der Opener Spekk-Drum erinnert noch stark an frühere Beefcake-Produktionen, mit einem crunchy Hip-Hop Beat, etwas düsterer Atmoshäre und abstrakten IDM Sounds. Bakkenvesper geht mehr in die Breakcore Richtung, lässt die Drums im besten Squarepusher Stil rattern und die Snares sausen, während orchestrale Strings den ruhigen Gegenpol bilden. Mit Pelagia wird es zum ersten Mal housiger, und das typische, detailverliebte Microsampling der neueren Produktionen in Verbindung mit den Wighnomy Brothers erhält Einzug. Old Sack feat. Feindrehstar geht dann wieder in Richtung Hip Hop, allerdings mit einer gehörigen Brise Funk versehen.

Das Highlight bleibt jedoch Draw Halcyon Days, ein Track, der, ähnlich wie die Guppipeitsche EP, die Jazz-Affinität von Wruhme auszuleben scheint: Leicht bratzige Percussion, Jazz-Drums, breite Synths und ein wundervolles Pianosample, dass sich nach gut vier Minuten aus dem Ganzen erhebt – ein Jazz-House Stück aus dem Bilderbuch!

Nach zwei etwas unauffälligeren Tracks kommt zum Schluss auch noch die Ambient-Seite von Wruhme zum Vorschein: Intro ist vermutlich als genau das gedacht was der Titel verspricht, aber Cophra blubbert und dubbt sich zum Abschluss noch satte 14 Minuten durch den Echowald.

Insgesamt eine sehr gute Zusammenstellung alter (und neuer) Tracks von Robag Wruhme, und auch wenn neun Tracks die Diskografie nicht mal annähernd abdecken können, so bleibt dennoch ein zufriedenstellender Einblick in zehn Jahre Schablitze, Jena, Musik Krause, Bärte und Vodka.

# The Lost Archive EP @ Soulseduction
# The Lost Archive EP @ Boomkat
# Wighnomy Brothers Offiziell
# Musik Krause

PS: Die EP Version enthält eine leicht veränderte Tracklist zur CD.

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