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28. August 2005, 23:41

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Kompakt Total Revue

Die beste Idee, die ich dieses Jahr hatte war jene, die Karte für die Kompakt Total Party noch einige Stunden bevor es ging zu bestellen und die Bestätigungsmail auszudrucken, denn ohne diese hätte ich wohl an der restlos ausverkauften Veranstaltung nicht teilhaben dürfen.
Kurze Rede, lange Zusammenfassung: Der Ambient Outdoor Floor wurde wohl wegen zu unsicherem Wetter abgesagt, dafür war es drinnen schön kuschelig. Das Studio hat mit kleiner Verspätung geöffnet, aber die Highlights waren ohnehin fast alle in den oberen Räumen: Tobias Thomas im Stadtgarten zu Beginn sorgte für lässiges eingrooven, bevor mit ein großartiger Beatschubiger das Tempo angezogen hat. Ferenc brillierten derweil im dunklen Studio, und Erobique half der Performance von Justus Köhncke zu ungeahnten Höhen. Als sich fast die gesamte Kölner Technoszene hinter dem Mischpult versammelte war es noch nicht Zeit für den Allstar-Gig, sondern hieß erstmal Bühne frei für den schwer zu fassenden Rex the Dog (falls jemand den Mann identifizieren kann möge er das bitte tun, damit die Spekulationen aufhören). Michael Mayer und Superpitcher mussten ihm leider größtenteils zum Opfer fallen, aber eine der tollsten Performances des gesamten Jahres erzeugte eine Welle der Euphorie, die mich dann noch durch das komplette (und teilweise sehr obskure) Set von DJ Koze brachte, bevor ich mich gegen 6:15 Uhr wieder bei meiner (erstklassigen!) Übernachtungsmöglichkeit einfand. Selten gibt es Parties dieser Größenordnung wo man sich wirklich durchgängig auf allen Floors ‘zuhause’ fühlt, aber diese war eine davon.

Als ich nach zu kurzen 5h Schlaf von einem schnarchenden Engländer aufgeweckt wurde blieb folgende Erkenntnis: Kölsch hilft gegen Schnupfen, aber schmerzt im Geldbeutel. Ebenso wie die 30€ für eine Tageskarte Monsters of Spex, wo ich mich gegen 13 Uhr hingeschleppt habe, nicht ohne jedoch vorher das Großfeuer in Mühlheim aus der Ferne zu beobachten. Nachdem die ersten zwei, schwer benötigten, Becher Wasser entsorgt waren, wurde mir schon klar dass ich es an diesem Abend wohl nicht in den Sensor Club schaffen würde. Als mir dann bekannte Gesichter auch noch die Bestätigung gaben, dass ich “heute wirklich scheisse aussehe”, stand die Entscheidung dann endgültig fest. Das Festival kam ähnlich schwer in die Gänge; die Performances von Hund am Strand und Benjamin Diamond wurden durch mageres und schnarchiges Publikum gebremst, waren aber auch sonst nicht der Knüller. Erst als mit Annie ein bisschen Sonnenschein auf die Bühne kam wurde es besser – Hard-Fi lockten schon mehr Leute an, ebenso wie Tomte, die aber eher durch typisches “Ich-kenn-jeden-hier”-Geblubber auffielen als durch ihre Musik. Maximo Park waren eine positive Überraschung, wurden aber erwartungsgemäß von Saint Etienne getoppt. Diese mussten aber seltsamerweise in der Zugabe einen Song doppelt spielen weil sie nicht mehr geprobt haben. Hm, nun gut, dafür haben sie “Who do You Think You Are” gespielt, und mehr als nur eine Wunderkerze zum glühen gebracht.
Anschließend ging es zielstrebig wieder zurück nach Frankfurt, wo mich am Morgen ein reizender Stromausfall empfing. Später spendete der Stream des Netlabel Gipfeltreffen wenigstens etwas Trost für den verpassten Abend mit der Trapez-Crew.

Resümé: Wenn schon zwei Tage Programm dann bitte vorher die Spesen festlegen, und in der ersten Nacht vielleicht nicht gleich die Seele aus dem Leib tanzen.

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