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29. May 2005, 18:30

Tägliches

Praktika

Die Welt der Praktika ist eine Welt, die sich mir noch nicht eröffnet hat.”Im Bereich der Geisteswissenschaften führt kein Weg über Praktika vorbei” , das bekommt jeder Student schon in der ersten Woche zu hören. Was der Student aber noch nicht weiß, ist dass dieses Unterfangen zu einer der schwersten Aufgaben des gesamten Studiums gehört, ohne wirklich Teil davon zu sein (immerhin muss man ja, Lehramtsstudenten ausgeschlossen, keines machen um seinen Abschluss zu bekommen).
Schon seit längerem suche ich, zwar nicht intensiv, aber immerhin konstant, nach potentiellen Praktikumsplätzen im Bereich Redaktions- und/oder Verlagswesen, bin aber bis jetzt nur auf sehr wenige interessante Sachen gestoßen. Das Internet ist da nur wenig hilfreich, da es in erster Linie langfristige Praktika anbietet, und weniger kurzfristige im Bereich von 4-8 Wochen.

Was soll man z.B. von so etwas halten:

Qualifikation: im Studium
Anforderungen: 6 Monate Zeit

Sind das nicht zwei Sachen die sich eigentlich vor vornerein ausschließen? Welcher Student kann es sich denn erlauben im Studium einfach mal ein Semester ausfallen zu lassen, geschweige denn mal eben die Stadt zu wechseln. Nicht unbedingt weil einem die jüngere Konkurrenz im Nacken sitzt, im Bereich der Geisteswissenschaftler spielt das Alter bei weitem keine so große Rolle wie in anderen Fachbereichen, da hier mehr Wert auf Erfahrung und ‘zusätzliche Fähigkeiten’ gelegt wird. Es ist vielmehr das Gespenst der Studiengebühren, was seit letztem Jahr wie ein Geier über den Universitäten und Studenten kreist, und, so scheint es, seinen Zweck zu erfüllen scheint: Mein Streben danach ein Semester ausfallen zu lassen um ein Praktikum zu machen, was sich möglicherweise als totaler Reinfall entpuppt hält sich sehr in Grenzen.

Ein anderes Beispiel, was sehr oft zu lesen ist:

Anforderungen: Durch Praktika haben Sie erste journalistische Kenntnisse erworben

Ich dachte eigentlich es wäre Ziel des Praktikums erste journalistische Kenntnisse zu erwerben, aber anscheinend ist dem nicht so.

Zudem ist die finanzielle Hürde, die es bei einem Praktikum in einer anderen Stadt zu überwinden gilt, in meinem Fall einfach zu hoch, da ich meine momentane Bleibe nicht untervermieten darf und dann entweder ausziehen oder doppelt zahlen müsste. Wie gesagt fehlt mir momentan einfach der Schlüssel, die zündende Idee um den “Königsweg zum beruflichen Einstieg” zu schaffen. Die Tatsache, dass die Zeit langsam aber sicher knapp wird, stimmt mich auch nicht wirklich heiter.

5 Kommentare

  1. stefan

    ich mußte zwar nicht, sondern wollte halt einfach praktische berufserfahrung sammeln und habe mir in dem zusammenhang ähnliche gedanken gemacht. ich bin dann zu dem schluß gekommen, dass dies wohl ein weiterer fall von nicht vorhandener logik ist. habe dann die angebote ignoriert und mir arbeitgeber gesucht, die mir interessant erschienen und mich initiativ beworben. ich habe dabei auch firmen gefunden die bereit waren mich für 1-2 monate zu beschäftigen. habe dann aber trotzdem im anschluß noch zwei semester verbraucht um als freier mitarbeiter für eine interessante firma arbeiten zu können, umzug inklusive. ich möchte die erfahrungen die ich dabei gemacht habe und die leute die ich kennengelernt habe nicht mehr missen und das studium macht mir durch die praktischen erfahrungen nun zusätzlich spaß, da ich sehe wir sinnvoll die meisten studieninhalte mit hinblick auf spätere tätigkeiten sind. hat sich für mich also definitiv gelohnt.

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  2. ned nederlander

    Wahre Worte, die ich da zu lesen bekomme Herr Eikman!

    Es begab sich also, dass auch der ned einen Praktikumsplatz erhaschen wollte. Schnellen Fusses bewarb er sich bei unzähligen Radiosendern, Redaktionen und nur der Teufel weiß, wo noch. Unbegründete Absagen, erfolglose Vorstellungsgespräche und meine Lieblings- Variante: bei dem kleinen studentischen Scheißer melden wir uns erst gar nicht zurück.

    Empfehlungsschreiben, Arbeitsproben (inkl. eigener Artikel für ein recht respektables Blatt) brachten rein gar nichts. Und wenn man mal in die Nähe eines potentiellen Plates kommt: kein Geld, weit weg und flexibel – natürlich. Man ist ja Student und hat die Zeit. Den Roland zwar im Nacken, aber zu allen beruflichen Schandtaten bereit.

    Ich hoffe weiter, ich bewerbe mich weiter. Und wenn ich einen Job bei HR4 bekomme, nehme ich sofort. Soweit sind wir schon.

    Zur Not machen wir ein eigenes Blatt, Eike. Inklusive Verlag und so. Das Geld dafür verdienen wir bei gut bezahlten Studentenjobs. Word.

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  3. mrcs

    mich hat’s heute erwischt: 680,95 EURO!
    ich könnte kotzen … danke, roland!

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  4. ned nederlander

    Traumhaft! Heute die nächste Praktikumsabsage in der Post gehabt…weiter so! Ich hab echt Bock drauf.

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  5. Frank Walzel

    Auch wenn der Beitrag eine ganze Zeit zurückliiegt hierzu ein Tipp. Mai 2005 habe ich ein Knowledge-Weblog gegründet zu der Frage: Welche Chancen haben Geistes- und Sozialwissenschaftler in der freien Wirtschaft? Schaut doch einfach vorbei: http://www.UnternehmensGeist.net! Auf der Homepage findet Ihr noch weitergehende Informationen. Einen Versuch ist es wert.

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