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15. November 2010, 22:55

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Pogo: Probleme mit Disney

Dass wir hier große Fans von Pogo sind, ist bekannt. Erst Anfang des Jahres hat der Australier, der mit bürgerlichem Namen Nick Bertke heißt, ein tolles Mash-Up mit Elementen aus Pixars Up zusammengebastelt. Das Interessante an der Sache war zu diesem Zeitpunkt: Pixar, eine Tochtergesellschaft der Walt Disney Company, hatte den Remix offiziell abgesegnet und über seinen eigenen YouTube Channel verbreitet – was Pogos Bekanntheitsgrad natürlich deutlich zugute kam. Die Kooperation war offenbar so erfolgreich, dass Pixar/Walt Disney sich entschieden hat, auch weiterhin mit Bertke zusammenzuarbeiten. Und so gab es in den folgenden Monaten noch diverse neue Pogo Tracks und Videos, die auf Disney-Filmen basierten. An dieser Stelle könnte man die Geschichte beenden und als Erfolg abheften: Eine großer Konzern findet die Arbeit eines jungen und enthusiastischen Remix-Künstlers toll, unterstützt ihn, und erntet dafür noch ein paar Pluspunkte und Hits auf YouTube und in der Blogosphäre.

Doch wie immer wenn ein großes Unternehmen auf einen kleinen Künstler trifft, wird schnell klar, wer die Zügel in der Hand hat. Schon zwischenzeitlich hatte Pogo etwas missmutig darauf hingewiesen, dass seine Videos zu Toy Story kurzfristig von Disney blockiert wurden, weil man nicht die Rechte für alle Inhalte sichern konnte. Da die Videos in der Regel aber auf den jeweiligen Filmen (in dem Fall Disney) basieren, aus denen auch die Sounds kommen, wundert man sich, ob Disney tatsächlich die Rechte an den eigenen Filmen nicht geltend machen konnte. Darüberhinaus verschwanden auch die “alten” Tracks von Pogos Website: Offenbar wollte Disney nicht, dass Pogo die Tracks anbietet, die nicht von ihnen offiziell abgesegnet wurden. Und das, obwohl es augenscheinlich genau die Songs waren, die überhaupt erst zur Kooperation geführt haben.

Nun wird es aber richtig bizarr: Wie Pogo jetzt auf seinem Blog schreibt, untersagt Disney nun die Veröfffentlichung eines neuen Tracks, der auf den Fluch der Karibik-Filmen basiert – offenbar, ohne dafür genaue Gründe zu nennen. Nun muss man an dieser Stelle vorsichtig sein: Wenn Bertke einen Vertrag mit Disney hatte, und den Remix innerhalb dessen produziert hat, darf sich der Auftraggeber natürlich vorbehalten, das Material nicht zu veröffentlichen. Das ist nicht nett, muss man aber akzeptieren. Was freilich nichts daran ändert, dass es etwas seltsam ist, dass Disney die von ihnen selbst geforderten Sachen nicht freigibt und Bertke auch noch verklagen möchte, falls er die Videos von sich aus veröffentlicht. Bertke bloggt:

Folks, I long to release my Pirates Of The Caribbean mix on YouTube. I think it’s one of my best mixes yet, and it’s agonizing to imagine it rotting away in some filing cabinet instead of taking its rightful place in my body of work. All I’ve been told is that the producers at Jerry Bruckheimer Films want nothing to do with it. Whether that means they’re displeased or they’re just waiting for the right time is impossible for me to say. The sad reality is, Swashbuckle was contracted work. I’d literally have to start saving the money that Disney would sue me before making the decision to upload it. But who knows? It might just come to that. My music is my mark in this world. If I have to pay to watch it entertain millions of people, then so be it.

Sollte das alles den Fakten entsprechen, ist es ein klassisches Beispiel, wie ein großes Unternehmen eine zunächst vielversprechende Sache kolossal an die Wand fährt. Denn anstatt sich weiterhin an den Produktionen Pogos zu erfreuen, zieht man lieber wieder die Internet-Scheuklappen auf, und haut einmal mehr Remix-Kultur und damit auch die eigene Fangemeinde in die Pfanne. Glückwunsch, Disney!

2 Kommentare

Trackbacks

  1. [...] Pogo: Probleme mit Disney | Thelastbeat “Wie Pogo jetzt auf seinem Blog schreibt, untersagt Disney nun die Veröfffentlichung eines neuen Tracks, der auf den Fluch der Karibik-Filmen basiert – offenbar, ohne dafür genaue Gründe zu nennen. Nun muss man an dieser Stelle vorsichtig sein: Wenn Bertke einen Vertrag mit Disney hatte, und den Remix innerhalb dessen produziert hat, darf sich der Auftraggeber natürlich vorbehalten, das Material nicht zu veröffentlichen. Das ist nicht nett, muss man aber akzeptieren. Was freilich nichts daran ändert, dass es etwas seltsam ist, dass Disney die von ihnen selbst geforderten Sachen nicht freigeben möchte und Bertke auch noch verklagen möchte, falls er die Videos von sich aus veröffentlicht.” [...]

  2. [...] Eike hat einen sehr schönen Artikel über Pogo’s derzeitigen Lizenz Hickhack mit Disney verfa… die ihm unter Anderem nicht erlauben seinen neuen “Fluch der Karibik” Sample-Track “Swashbuckle” zu veröffentlichen, da die Produzenten von Jerry Bruckheimer noch nicht ihr OK gegeben haben und er in einem Knebelvertrag festhängt – was entweder dazu führt das der Track offiziell in der Versenkung verschwindet, er irgendwann kommt, möglichweise im Rahmen der Promo für Teil 4 oder ihm nur noch als Letztes die Möglichkeit bleibt die Rechte an seinem eigenen Film bei Dritten zu erwerben. Strange World, isn’t it? [...]

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