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18. September 2007, 22:25

Alben

Pig and Dan – Imagine

Pig & Dan als Newcomer zu bezeichnen wäre sicherlich etwas vermessen, wenn man sich den Output des Duos der letzten drei Jahre anschaut, der u.a. auch einen Remix für eine gewisse renommierte Band namens Underworld aufzuweisen hat. Trotzdem ist Imagine erst das zweite Album der beiden Spanier, und der erste Longplayer für Sven Väths Cocoon Label.

Der Sound von Pig & Dan bewegt sich eher in der Tech-House Ecke als im Minimal was jedoch nicht einschränkend, sondern eher befreiend gemeint ist: Imagine ist eine wahre Wundertüte, die sowohl in den housigen Afterhours auf Ibiza wie auch den einschlägigen Technoclubs in Berlin oder London Wirkung zeigt – die Mischung aus geradlinigen, treibenden Beats bei gleichermaßen großem Anteil an einprägsamen Melodien macht es möglich. Gerade letztere durchziehen das Album an allen Ecken und Enden, schon der Opener Sweet September präsentiert einen starke housigen Groove, dessen Synthesizer Melodien sich immer weiter nach oben schrauben und in einem fast sphärischen Finale enden. Nicht minder sphärisch sind Sly Detector, das epochale Strings hinter einer deepen Bassdrum auffährt, oder Sympathy For The Devil, das nach geradezu langsamen Anfang ein ausgeklügeltes Synthesizer Arrangement anbietet, dass sich konsequent, aber nicht überladen in den Vordergrund schiebt.

Die Tracks mit stärkeren Techno Anleihen lassen sich in der Mitte des Albums finden: Wo Globetrotter noch auf der Tech-House Schiene fährt, und gerade zu Beginn, bevor abermals die Synthesizer einsetzen, düsterer und bedrohlicher als der Rest wirkt, ist das nachfolgende Moths ein lupenreiner Technotrack, mit bouncender Bassline und Percussion sowie stark minimalem Touch. K-OS wirkt dagegen schon befreiender, behält aber ganz klar den treibenden Groove im Auge. Zum Schluss wird es nochmals etwas deeper, stark durchs Echo gezogene Vocals werden bei Futile ein- und ausgeblendet, während eine filigrane Percussion kontinuierlich den Track nach vorne treibt. Zum Schluss gibt es, zumindestens auf der CD, dann auch noch einen Bonustrack, bei dem ich mir nicht sicher bin ob er wirklich als Downtempo Track gedacht ist oder einfach nur heruntergepitcht wurde.

Insgesamt ist es die Mischung aus weiten Klangräumen und trippigen Melodien, gepaart mit diesem gewissen “Designer Techno” Touch, der die Beats zusammenhält und nie im Pathos verschwinden lässt, was das Abum ausmacht.

Was bei Imagine ebenfalls auffällt ist das hohe Produktionsniveau: Der Sound ist glasklar, die Arrangement ausgefeilt bis ins Detail, was vielleicht auch der eiznige kleine Makel ist: Zeitweilen wirkt das Album etwas zu glattpoliert, Überraschungen Fehlanzeige. Wie dem auch sei, Imagine ist ein sehr solides Album, dass sich in einigen Plattenkisten wohlfühlen dürfte, aber auch für den Konsum zuhause durchaus geeignet ist, und das nach Guy Gerbers Late Bloomers schon das zweite gute Album aus dem Hause Cocoon in diesem Jahr ist.

# Imagine @ Beatport
# Cocoon Recordings

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