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28. April 2007, 18:29

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Netvibes

Eigentlich wollte ich schon vor einigen Wochen über Netvibes bloggen, nachdem ich mal eine halbe Nacht damit verbracht habe Module zu sammeln und von einer Bildschirmecke in die andere zu schieben.


Netvibes ist eine kostenlose, komplett anpassbare Startseite auf Ajax-Basis, ähnlich wie Googles ‘Personalized Homepage‘, nur eben mit dem Vorteil nicht von Google zu sein. Der User hat nach Anmeldung (für die, die ihre Seiten auf Dauer speichern möchte – Netvibes funktioniert prinzipiell auch ohne Anmeldung, ist jedoch lediglich an ein Cookie gebunden) die Möglichkeit aus zahlreichen Modulen (Widgets) zu wählen, die dann einfach per Drag ‘n’ Drop auf der persönlichen Seite angeordnet, in Tabs gruppiert, umbenannt und editiert werden können. Zu den Modulen zählen diverse Suchmaschinen wie Youtube, Flickr und Amazon Suche, Wettervorhersagen, Terminkalender, To-Do Listen, TV Programm oder die Einbindung von MySpace. Wer eine Funktion nicht findet und technisch gewandt ist kann jederzeit sein eigenes Modul zusammenbauen; das API von Netvibes ist genau dafür ausgelegt.

Ferner bietet Netvibes die Möglichkeit seine Bookmarks online zu verwalten, und ähnlich wie del.icio.us mit verschiedenen Tags zu versehen (oder gleich seine del.icio.us Links als Modul zu importieren). Ebenfalls ‘eingebaut’ ist ein durchaus brauchbarer Feedreader, der automatisch die abonnierten Feeds abruft und die Inhalte wie ein klassischer Feedreader im 2-Spalten Format präsentiert. Auch besteht die Möglichkeit seine Emailkonten innerhalb von Netvibes abzurufen wenn man die entsprechenden POP3 Daten eingibt, und sich sicher genug fühlt dieses Informationen auf dem Netvibes Server zu speichern.

Während MySpace, VIRB und Konsorten darauf zielen ein Komplettpaket aus Social Network, Blog und Bilderalbum anzubieten, verfolgt Netvibes ein ähnliches Ziel: Die Möglichkeit dem User genau jene Funktionen zentralisiert anzubieten die er möchte, und auf die er innerhalb weniger Klicks zugreifen kann. Ist Netvibes erstmal eingerichtet wird schnell klar dass man hier durchaus Zeit und nervige Klicks sparen kann indem man auf alle wichtigen Seiten, Suchmaschinen und Feeds aus einem Interface heraus zugreifen kann. Besonders praktisch erweist sich Netvibes auf Reisen, wenn man nicht immer an seinem eigenen Laptop sitzt und häufig auf teure Internetcafes zurückgreifen muss: Nach dem Login lässt es sich rasch die Email-Postfächer abrufen und einen Blick auf die aktuellsten RSS News werfen, und wer trotzdem eine bestimmte Seite braucht deren Adresse man nicht auswendig weiß kann diese aus dem Bookmark Modul direkt aufrufen.

Der Vorteil den die zahlreichen User-Module mit sich bringen ist auch gleichzeitig einer der Nachteile. Viele Module haben zwar Potential, sind aber häufig noch in einem frühen Entwicklungsstadium und mit einigen Bugs versehen. Zudem wird eine relativ schnelle Internetverbindung vorrausgesetzt, denn je mehr Module sich auf der Startseite tummeln, desto länger die Ladezeit.
Abgesehen davon ist Netvibes durchaus brauchbar, auch wenn das Interface trotz Anpassungsmöglichkeiten eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht.

Alternativen:

# Zude (startet am 1.5.)
# Protopage
# Google Homepage

2 Kommentare

  1. pEtEr

    Word!
    Ich benutze auch seit längerem Netvibes um meine Feeds zu verwalten. So kann ich zuhause (mit dem PC und iBook), als auch auf Arbeit auf meine abonierten Feeds zugreifen.
    Wenn man zudem verschiedene Tabs verwendet und die Module nur für den aktuellen Tab läd, ist die Ladezeit auch übersichtlich.

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  2. Gerd

    Ich verwende Netvibes seit 4 Monaten, das ist die erste wirklich geniale web2.0 Applikation, die Sinn macht und das Ding bringts… I-Google fängt schon an das nachzumachen… fragt sich nur wann Google das Ding kauft… und dann??

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