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3. January 2008, 12:34

Positionen

Musikindustrie vs. Leaks

Adrienne Day geht für das New York Magazine der Frage nach ob die Musikindustrie nicht selbst dafür verantwortlich ist, dass Alben in der Regel schon Wochen, teilweise Monate, vor der eigentlichen Veröffentlichung im Netz als Raubkopie auftauchen. Natürlich muss man zuerst festhalten, dass Promo CDs in der Regel natürlich von der Musikindustrie kommen – von Labels, Vertrieben und PR Vetretern, seltener direkt von der Band. Aber es sind nicht immer die Personen am Ende der Liste, die Empfänger der Promos, die für die ‘Leaks’ verantwortlich sind: Häufig sind es Personen, die viel eher in der Produktionskette stehen, teilweise sogar schon im Studio, was zu unerwünschten Ergebnissen führen kann, wenn ein unfertiges Album bereits den Weg ins Netz findet. Ich persönlich kann mich an eine handvoll Alben in den letzten Jahren erinnern, wo das der Fall war. Eines davon war von einer Band namens Radiohead, und auch wenn die ungemasterte Pre-Version von Hail to the Thief nur geringe Unterschiede zur finalen Version hatte, war es doch seltsam zu merken wie einfach man doch in die Irre geführt werden kann, wie gutgläubig man ist wenn man ein Album unbedingt hören möchte.

Fakt ist, den Ursprung der Leaks ausfindig zu machen ist schwierig. Ein Beispiel aus dem letzten Jahr: Erik Davis, ein Journalist aus San Francisco soll eine durch ein Wasserzeichen geschützte Promo Version des neuen Beirut Albums ins Netz gestellt haben – bis sich herausgestellt hat, dass Davis sich zu dem Zeitpunkt weder zu Hause befand, noch überhaupt die CD jemals bekommen hat. Das hat das Label jedoch nicht davon abgehalten den Ruf von Davis durch den Dreck zu ziehen. Was also tun? Ein Verzicht auf Promos dürfte keine Lösung sein, und selbst dann kann ein Leak nicht ausgeschlossen werden. Die Tatsache, dass viele Albe erst Monate nach der Fertigstellung veröffentlicht werden, dürfte ebenfalls nicht helfen, denn solange ein Album auf Eis liegt, desto höher die Wahrscheinlichkeit das etwas durchsickert.

It is increasingly difficult for the music industry to wage its war against leaks without risking a lot of collateral damage, if not self-destruction. Leakers are everywhere. Rooting them out is difficult and costly and can divert energy from finding more creative solutions to the problem.

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