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16. March 2006, 17:00

the.last.beat

Music for Cities

Um den Trip nun endgültig abzuschließen, ein kleiner Überblick über die Musik, die mich in der letzten Woche begleitet hat:

Coldcut – Sound Mirrors (Ninja Tune, 2006)

Endlich dazu gekommen meinen Zwiespalt mit Coldcut zu überwinden – und siehe an, Sound Mirrors ist durchaus hörenswert. Nicht mehr so viel Cut + Paste wie früher, dafür songorientierter und tanzbarer. Besonders die zweite Hälfte des Albums hat es mir angetan – This Island Earth und Just for the Kick sind Floorfiller, die auch von den Chems oder Basement Jaxx stammen könnten. Auch schön der Song mit Saul Williams.

Markus Guentner – Lovely Society (Ware, 2006)

Sieh an, bei Kompakt hat Guentner immer noch die Ambient-Fußfesseln an, hier auf Ware kann er seine Liebe zum 4/4 Takt ausleben. Alte Kölner Schule, mal verträumt wie Superpitcher, mal sehr schaffelfiebrig (Verzeihung). Keine Neuerfindung des bekannten Sounds, aber sehr gut.

All The Time
Back in the Days
Something About You

Fela Kuti & Africa ’70 – Zombie (1977)

Nicht nur ein Klassiker afrikanischer Musik, sondern auch ein ganz großer Klassiker des Jazz. Abwechslungsreich produziert und tolle Vocals, die damals zum Schlachtruf eines ganzen Volkes avancierten. Heute weniger politisch, aber dafür hervorragend um dem multikulturellen Treiben im Hyde Park beizuwohnen oder den urbanen Wahnsinn der Oxford Street an sich vorbeiziehen zu lassen.

Belle & Sebastian – The Life Pursuit (Matador, 2006)

Ich konnte mit B&S nie viel anfangen, aber mit jedem Album spielen scheinen sie sich freier zu spielen, und damit direkt in mein Ohr. Raus aus dem tristen Glasgow, willkommen im sonnigen Los Angeles. Herrliches Pop-Album mit Soul und Glamrock-Einflüssen und einer großen Palette an Instrumenten. Auch wenn Murdoch’s Stimme mich immer noch nicht 100%ig überzeugt, diese Platte klingt nach dem längst überfalligen Frühling. Was ist bitte The Blues Are Still Blue nur für ein wunderbares Stück?

# Video: The Blues Are Still Blue

Dictaphone – Vertigo II (CCO, 2006)

Das neue Dictaphone Album kommt so düster und cineastisch daher, dass es glatt als Soundtrack für den ein oder anderen Film Noir Streifen dienen könnte. Ähnlich dem Kammerflimmer Kollektief bieten Dictaphone elektronisch angehauchten Freejazz, jedoch mit weitaus kürzeren Songs. Dazwischen immer wieder Samples die klingen als wären es Funkübertragungen aus vergessenen Zeiten, Sinustöne, statisches Rauschen. Das beste was in dieser Art seit dem letzten Bohren & Der Club of Gore Album erschienen ist. Die engen Gassen jenseits der Liverpool Street erweisen sich als ideales Setting.

The Last Song
Night Rain

Wagon Christ – Tally Ho! (Astralwerks, 1998)

Wenn schon Luke Vibert, dann bitte Wagon Christ. Hier nach Throbbing Pouch sein zweites Album unter dem Namen, und für mich ein wiederentdeckter Klassiker. So in etwa klingt es wenn sich Trip Hop dem Trübsinn entlegt und mit Drum & Bass verbündet. Verspielt, verdreht, aufmunternd. Da macht selbst Joggen im verregneten Battersea Park Spaß.

VA – Idol Tryouts Vol.2 (Ghostly Intl., 2006)

Wenn Ghostly International eine Compilation zusammenstellt wird nicht gespart; 2 CDs randvoll mit Tracks von u.a. Solvent, Matthew Dear, Lawrence und Dabrye aus den letzten drei Jahren Labelgeschichte, und wie immer durchgängig hohe Qualität an Elektronik und Indietronik. Der Ghostly Sound hat sich etabliert.

# Idoltryouts Webseite

Oliver Huntemann – Fieber (Gigolo, 2006)

Nach den 12″s nun das Album von Huntemann. Geradliniges Technoalbum mit relativ auffälligen Synthesizer-Einsätzen. Ist mir auf Albumlänge fast schon ein wenig zu kalt und eintönig, aber um sich mit ein paar Dosen John Smith’s Extra Smooth auf eine Nacht im Club einzustellen hervorragend geeignet.

# Huntemann @ Prinzip München Pt.1
# Huntemann @ Prinzip München Pt.2
# Huntemann @ Prinzip München Pt.3

Sutekh – Context Unravelled (Context Free Media, 2006)

Wie auch Ghostly hat auch Sutekh’s Label Context.fm seine eigene Soundnische gefunden. Hier präsentiert Sutekh in einem 70 Minuten Songs von Twerk, Safety Scissors, Murcof und Kit Clayton, und es ist eine Reise durch das Click & Cut Techno Universum des Labels, das sehr schnell an Fahrt gewinnt, und dafür die zweite Hälfte dem dubbigeren und ruhigeren Sound widmet.

This is a seamlessly integrated, gripping, beat-driven narrative, from the spacious, orchestral soundscapes of Murcof to the silky dub-house gymnastics of Ben Nevile to the razor-sharp, algorithmically crafted techno of Twerk, to the african-inflected rhythms of Portable

# Context Unravelled @ Boomkat

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