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20. July 2006, 20:22

Alben

Lily Allen – Alright, Still

Was ich in letzter Zeit immer öfters erlebe: Man will wochenlang über etwas schreiben und wenn man soweit ist, dann merkt man dass andere ja auch schon längst drüber geschrieben haben, und es sich eigentlich erübrigt.

Trotzdem, jetzt hier, nachdem ich die Platte schon seit fast zwei Monaten regelmäßig höre, bekenne ich mich als Lily Allen Fan der ersten Stunde, bevor sie wirklich endgültig durch die Decke steigt (was bei der bekannten britischen Hype-Machinerie nicht mehr lange dauern kann – seit zwei Wochen ist Smile auf Platz 1 der UK Singles Charts).

Lily Allen, die Tochter von Comedian Keith Allen, hat mit Alright Still das Popalbum des Jahres herausgebracht, ein sommerliches, lustiges und ironisches Album mit eins, zwei ruhigeren Stellen, insgesamt exzellent und vielseitig produziert, und mit einer Protagonistin, die in ihrem Myspace Blog selbst noch gar nicht glauben kann was da gerade um ihre Person herum passiert. Klar ist das ein bisschen Plastik, klar klebt das teilweise, wenn Allen in Smile über ihren Ex-Freund herzieht, nur um ihn dann in Littlest Things wieder zu vermissen, oder wenn sie in Friday Night und Knock’em Out den harten Club-Alltag mit Zickenkrieg und nervenden Männern aufarbeitet. Es geht wie immer bei Pop nicht um eine tiefgründige Message, sondern vielmehr um diese kleinen, alltäglichen Momente, um das Innuendo zwischen den Zeilen, um das, was die Briten ‘tongue-in-cheek’ nennen. Sie selbst meint dazu in einem Interview: “I realised that it’s almost as if the more mundane a lyric is the more somebody can relate to it. At the end of the day people live very mundane lives.”

Lily Allen steht vielleicht irgendwo zwischen Lady Sovereign und den Sugababes, irgendwo zwischen rotzigem Chav und Popsternchen. Sicherlich auch nicht von ungefähr der Vergleich mit Annie, die einen ganz ähnlichen Sound hat, wenn auch mehr auf den Dancefloor zielend. Eines haben beide gemeinsam: Sie machen Spaß.

Über die Haltbarkeit dieser Musik braucht man nicht zu reden, aber Everything’s Just Wonderful ist vermutlich der Sommerhit des Jahres, und wenn man sich die Temperaturen anschaut, dann weiß man was das für ein Sommer ist.

# Pitchfork Review
# Smile (Video)
# Interview (mit einem Blogger – wenn das mal nicht cool ist)
# Lily Allen’s Mixtape #2

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