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13. March 2005, 16:20

Alben

King Geedorah – Take Me To Your Leader

MF Doom ist eine der schillerndsten Figuren der Hip Hop Szene. Zum einen weil Sido die Idee mit der Maske gnadelos von ihm geklaut hat, zum anderen weil es kaum einen anderen MC gibt der sich im Laufe der Jahre ein derart großes Universum an Persönlichkeiten zusammengereimt hat.
Anfang der 90er war er noch als Zev Love X Mitglied beim ‘One-Album-Wonder’ Kollektiv KMD, bevor er danach als Solo MC richtig durchstarten konnte. Es folgten Releases als MF Doom, Viktor Vaughn, eine großartige Kollaboration mit Madlib als Madvillain, und 2003 dann als King Geedorah.
Wie bei den meisten Alben von Doom liegt auch bei “Take Me To Your Leader” ein Konzept vor; diesmal ist es die Geschichte des dreiköpfigen Ungeheuers King Geedorah aka Monster Zero, das aus dem All auf die Erde kommt um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dass Doom sich hier bewusst am alten Godzilla-Phänomen orientiert ist kein Geheimnis, denn schließlich besteht der Kern des Albums aus einer abgedrehten B-Movie Sampling Madness. Bereits bei den Anfangstracks “Fazers” und “Fastlane” kann man hören dass es hier wieder stark cineastisch zugeht; Verstaubte Jazz-Samples im Dauerloop, breit ausgelegte Streicher und Vocals. Doom selbst jedoch taucht nur auf zwei der 13 Tracks auf und hält sich ansonsten vornehm als Producer zurück, und überlässt anderen, weitestgehend unbekannten, MCs die Vocals, die ihren Job jedoch tadellos meistern. Das zentrale Stück ist allerdings das Cut+Paste Meisterwerk “Monster Zero”, wo unzählige Filmsamples auf einer abgehackten Jazz-Snaredrum reiten. Doom’s Liebe zu Jazz wird noch deutlicher beim folgenden Stück “Next Levels”, wo ein zurückhaltendes Piano auf ein wunderschönes Saxophon trifft, was gleichzeitig auch das wohl geradlinigste Stück der Platte ist. Der Rest klingt nervöser, ohne jedoch nervig zu sein. Auch wenn Doom und seine Genossen am Ende etwas von der ursprünglichen Story abzuweichen scheinen, und u.a. Kritik am Erziehungswesen äußern, wirkt das Album letztendlich doch sehr rund und absolut empfehlenswert, auch wenn die Vergleiche mit Kool Keith’s “Dr. Octogonecologyst” nicht von ungefähr kommen.

King Geedorah – Take Me To Your Leader ist auf Big Dada erschienen.
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Und hier noch ein Interview mit MF Doom.

Ein Kommentar

Trackbacks

  1. [...] TTC aus Paris, Spank Rock aus Philadelphia, MF Dooms großartigen King Geedorah Charakter (Review hier) aus New Yorks Underground ,und die Leftfield Hip Hopper cLOUDDEAD. Auch hier gibt es eine Doppel [...]

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