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24. March 2008, 16:28

Alben

J Dilla – Jay Love Japan

Über den Einfluss von J Dilla aka Jay Dee braucht man nicht mehr viel zu sagen. Wie kaum ein zweiter hat er es verstanden holprige Hip Hop Beats mit einer Brise Soul und Crossover-Tauglichkeit zu kombinieren, die im Verlauf seiner leider viel zu kurzen Karriere Producer wie Kanye West maßgeblich beeinflusst haben, und ihn bis zu seinem Tod 2006 zu einem der am meisten respektiertesten Producer des letzten Jahrzehnts machten. Seine Art, direkt über die ungemasterten Samples aufzunehmen, die Verwendung angestaubter Soulsamples und dreckiger Breaks, die stets genau auf den Punkt zurecht geschnitten waren, sich nie im überproduzierten Pathos verlierten, dieser gezielt reduzierte Ansatz war das Markenzeichen von J Dilla, der zunächst mit Slum Village bekannt wurde, bevor er sich auch als Soloproducer etablierte, und zusammen mit Madlib als Jaylib eine durschlagende Kollabo veröffentlichte. Die Fähigkeit, aus unscheinbaren Instrumentals solch emotionale Tiefe herauszuholen, haben meiner Meinung nach nur wenige Producer.

jay love japan Das ursprünglich als Instrumental EP gedachte Jay Loves Japan, das schon 2006 als Promo durchs Netz kursierte, ist nur ein weiterer Beweis des Könnens von J Dilla. Es enthält sicherlich nicht die besten Tracks von Dilla, keine Hits und auch keine Stand-Outs, zeigt aber in seinen acht Songs eine gute Mischung aus Instrumentals und Vocaltracks, sowie die auf den Punkt genaue Produktion von Dilla: Kaum ein Track überschreitet die 3-Minuten Grenze, der Großteil pendelt sich bei knapp über 2 Minuten ein. Mehr braucht es auch gar nicht, denn die Tracks sind gerade aufgrund ihrer Prägnanz so eindringlich. Es ist gritty, grimey, die tiefen Basslines und die emphatischen Samples sind bewusst immer etwas holprig zusammengesetzt. Wenn sich zum Ende hin dann bei Feel the Beat die knisternden Lo-Fi Streicher über den rumpelnden Beat und das abgehackte Soul-Sample legen, ist es eigentlich zum weinen schön. Instrumental Hip Hop at its best.

Wer noch nicht mit dem Werk von J Dilla vertraut ist, dem empfehle ich das großartige Donuts Album, das drei Tage vor seinem Tod veröffentlich wurde.

Ein Kommentar

Trackbacks

  1. [...] Posthum veröffentlichte EP, die mit gerade mal 20 Minuten Laufzeit bei neun Tracks Dillas Produktionstechnik trotzdem sehr gut einfängt, und mit Feel the Beat und Can’t You See zum Ende hin fast zum Weinen schön ist, dass man immer wieder daran erinnert wird, wie sehr man diesen Ausnahmeproducer doch vermisst, und man sich wünscht, die Tracks würden nicht nur zwei Minuten lang sein. [Review] [...]

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