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thelastbeat.com. Sympathy for Disruption. Elektronische Musik, Netzkultur und Anti-Establishment, portioniert serviert im Blogformat, pikant gespickt mit ausgewählten Interviews, Features und Reviews, und abgeschmeckt mit einer Brise Netaudio, unkontrolliert gebraut seit 2005.
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Interview mit Jamba Cheffe

Da ich es geschafft habe (ich denke nach sechs Wochen erfolgreichen Entzug kann man das so sagen) ein geregeltes Leben ohne TV-Gerät zu führen, habe ich auch fast das kuschelige Jamba-Küken und seine fiesen Spießgesellen vergessen. Fast! Wenn da nicht Johnny von Spreeblick wäre, der bereits im Dezember einen tollen Eintrag zur Kostentransparenz von Jamba verfasst hat, und dessen Auswirkungen sich nun sogar bis in ein Spiegel-Online Interview mit Jamba-Diktator Oliver Samwer persönlich geschlichen haben.

Interview gelesen und Meinung gebildet: Was für ein Unsympath.

Die Entwicklung dieser Charaktere dauert, weil zum Beispiel die 3-D-Animationen sehr komplex sind

Irgendwas stört mich an dieser Aussage…ach ja richtig: das Wörtchen “komplex”. Ich glaube ja eher dass es so lange dauert weil Jamba ohnehin nur einen Designer angestellt hat.

wenn ich auf der anderen Seite 100.000 Menschen habe, die Sweetie kaufen und 2000, die das Küken zum Metzger schicken, da sage ich ganz ehrlich: Damit leb’ ich.

Hier spricht das eiskalte Kalkül eines Medienmonopolisten. Wenn ich auf der einen Seite 100.000 Kids habe die keine Ahnung davon haben was sie eigentlich gerade gekauft haben, und auf der anderen 2000, die das kritisieren, dann steck ich mir doch lieber schnell die Kohle ein.

Lass uns ein Produkt schaffen für jemand, der nicht 40 ist und nur alle drei Monate einen Ton kauft, sondern für jemanden der - wie die meisten unserer Kunden - an fünf Stück im Monat Interesse hat

Ich lese hier eher: “Lass uns ein Produkt schaffen für jemand, der sich das Kleingedruckte nicht so genau durchliest, sondern für jemanden, der - wie die meisten Kinder - keinen Schimmer von Abonnements und deren Kosten hat.”

Den Medien-Overkill der Quengeltonwerbung erklärt er übrigens folgendermaßen (ich bin froh, dass sich das nicht auch andere Unternehmen zum Leitmotiv machen, denn die Klingeltonbranche ist mit Sicherheit nicht die einzige schnelllebige):

Bei uns hält sich keine Melodie drei Monate lang in den Charts wie bei der klassischen Musikindustrie. Das läuft vier Wochen und dann ist es durch. Das heißt für uns, dass wir ganz klar darauf setzen, dass in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Leute unser Produkt sehen.

Letztendlich kann man ihm aber fast schon nicht mehr böse sein, denn selbst die fadenscheinigste Masche braucht bekanntlich ein Opfer das darauf hereinfällt. Dass hier allerdings gezielt Kinder ins Visier genommen werden schon mehr als hinterhältig und sollte mit Klingeltonhören nicht unter drei Jahren bestraft werden.


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