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8. January 2009, 18:43

Visuelles

Good Television: Damages

damages Damages, das ist eigentlich nichts anderes als ein John Grisham Roman im Serienformat. Doch allen Gemeinsamkeiten zum Trotz, ist Damages eine der besten und spannendsten Anwaltsserien der letzten Jahre, die völlig zu recht im Verlauf des letzten Jahres mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt wurde. Alles beginnt mit einer blutverschmierten Frau, die verdächtigt wird, ihren Freund ermordet zu haben. Kurz darauf endet der Rückblick, und die Story setzt sechs Monate vorher ein: die erwähnte Frau ist Ellen Parsons, eine aufstrebende junge Anwältin frisch von der Universität (Die Firma, anyone?), die sich trotz diverser Angebote für die prestigeträchtige aber ebenso berüchtigte Kanzlei von Patty Hewes (Glenn Close) entscheidet, und sofort in eine große Affäre verwickelt wird. Es geht um einen Korruptionsfall um den wohlhabenden Unternehmer Arthur Frobisher, der seine Mitarbeiter um Millionenbeträge geprellt hat, und nun mithilfe seines Anwalts Ray Fisk (großartig: Željko Ivanek), der im Verlauf der Serie zusehends körperlich und geistig auseinanderfällt, versucht sich aus der Affäre zu ziehen. Während Ellen immer mehr in den Konflikt zwischen ihrem Privatleben und Job gerät, erkennt sie auch die wahre Natur ihrer skrupellosen und ehrgeizigen, aber ebenso genialen Arbeitgeberin, deren Pläne und Intrigen innerhalb und außerhalb ihrer Kanzlei zumeist undurchsichtig sind – und dies auch bis zum Ende bleiben. Es entwickelt sich über 13 Episoden ein Katz-und-Maus Spiel zwischen Korruption, Gewalt, Geld und persönlichem Misstrauen, und in jeder Episode scheint sich die Story wieder komplett zu drehen, so dass man als Zuschauer nie weiß, wer nun mit wem spielt, wer wen hintergeht, und die klassische Trennung zwischen “Gut und Böse” immer wieder hinterfragt und durchbrochen wird. In zahlreichen, kurzen Rückblenden wird sich immer wieder dem anfänglichen Mordfall angenähert, bis sich beide Storylines am Ende der Staffel treffen und, man konnte es erwarten, ergänzen und auflösen.

Damages lebt dabei von der spannenden und komplexen Storyline, die sich in der Tat entfaltet wie ein guter Legal-Thriller, sowie den außerordentlich gut gezeichneten Charakteren, die alle ein kleines Puzzleteil des großen Ganzen darstellen, ohne dies anfänglich zu wissen. Insgesamt eine anspruchsvolle und mehr als unterhaltsame Serie, die man allerdings auch aufmerksam von Anfang bis Ende verfolgen sollte, um nicht im verwirrenden Plot hängenzubleiben.

Gestern ist die zweite Staffel in den USA angelaufen, in Deutschland lief die erste Staffel letzten Sommer auf Kabel1. Mit schlechten Quoten natürlich, wie man das erwarten konnte von den deutschen Zuschauern, die sich lieber Lenßen & Partner anschauen.

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