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4. June 2007, 22:25

Visuelles

Good Television: Black Books

Nach gut 10 Monaten in England kann ich an einer Hand abzählen wie oft ich Fernsehen geschaut habe. Vor ca. zwei Wochen jedoch bin ich durch Zufall auf eine Serie gestoßen, die mich positiv überrascht hat: Black Books ist eine typisch britische Sitcom, was sich durch minimale Schauplätze, eine kleine Besetzung und relativ viel, teilweise surreale, Dialoge auszeichnet. Schauplatz der Serie ist der fiktionale Buchladen Black Books, der vom chaotischen Nihilisten Bernard Black betrieben und behaust wird. Bernard hat nur leider absolut keinen Geschäftssinn, und verbringt den Großteil des Tages verkatert und/oder trinkend hinter seinem Schreibtisch während er potentielle Kunden vergrault. Zu seiner Seite stehen der etwas einfältige Assistent Manny, dessen Gutmütigkeit öfters von Bernard ausgenutzt wird, und Fran, Inhaberin des Geschenkladens von nebenan, die verzweifelt nach einem Mann fürs Leben sucht, aber ähnlich wie Bernard auf zwischenmenschlicher Ebene nicht besonders begabt ist.
Die Story setzt sich aus obskuren Erlebnissen der drei Charaktere zusammen, die häufig aus dem Chaos innerhalb des Buchladens heraus entstehen. So wird in einer Episode beispielsweise der Laden grundgereinigt, was dazu führt dass Manny und Bernard Housesitting betreiben, und dabei den teuren Wein des Besitzers trinken, da sich Manny nicht erinnern konnte welche Flaschen nun für die anstehende Papst-Audienz vorbehalten sind (ihr ‘Ersatzwein’ wird anschließend zum Tode von eben jenem führen). Neben den Skurrilitäten erschließt sich der Humor Black Books häufig aus den sarkastisch-nihilistischen Bermerkungen Bernards, die im Gegensatz zur Liebenswertigkeit von Manny stehen. Auch wenn die Serie stellenweise den typischen britischen ‘dark’ Humor vertritt, erscheint die Sitcom insgesamt doch weniger britisch als andere der Gattung, wie z.B. Father Ted, was von den gleichen Machern ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Sitcom 2001 eine Rose in Montreux gewonnen hat. Ich fühle mich jedenfalls prima unterhalten; nur leider gibt es insgesamt bloß 18 Folgen, die es jedoch in sich haben.

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