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Dominik Eulberg - Bionik

Ich muss ja gestehen dass mir das Debütalbum von Dominik Eulberg nie so wirklich zugesagt hat. Irgendwas zwischen den Zeilen, verzeihe, Melodien ging mir gegen den Strich. Das zweite Album vom Hobby-Ornitologen aus dem schönen Westerwald wählt dagegen einen ungemein geradlinigeren Ansatz, und macht damit alles richtig. Bionik, das ebenso wie die gleichnamige 12″ auf Cocoon und nicht mehr auf Traum erscheinen wird, ist nicht nur eine weitere Reise in das Reich obskurer Tracktitel, sondern auch ein klares Bekenntnis zum 4/4 Takt, ohne damit gänzlich im Minimal Sumpf zu versickern.

Da Album beginnt unerwartet sphärisch mit Der Traum Vom Fliegen, das sich einige Zeit lässt um sich zu entfalten. Freche Früchte danach wildert dagegen gezielter in typischen Minimalgefilden, sehr perkussiv, um die Bassdrum gebaut und mit schönem Break in der Mitte, nur um anschließend noch ein bisschen treibender nach vorne zu gehen. Autopfoten und Haifischflügel in der Mitte des Albums spinnen dieses Konzept noch weiter und gehören zu den härteren Songs des Albums, die kompromisslos und geradlinig auf den Dancefloor zugeschnitten sind. Genau an dieser Stelle könnte Bionik Gefahr laufen als typisches Minimal Album im repetitiven Klick-Klack Sound zu verfallen, doch Eulberg windet sich geschickt aus der Affäre, indem er den straighten Tracks zum Ausgleich offenere, von der Struktur her freiere Songs entgegenstellt. Der erste davon ist Libellenwelten, ein fast träumerischer Technotrack, der von einer subtilen, aber effektiven Melodie untermalt wird. Etwas offensiver ist Löwenzahn-Luftwaffe, dass zwar auch stark perkussiv ist, zwischendurch aber in ein geradezu tranciges Break übergeht. Noch offensichtlicher wird das bei Lotuseffekt, das sich als Edit der vorab veröffentlichten 12″ Bionik entpuppt, sicherlich einer der ungewöhnlichsten Tracks in Eulbergs Repertoire. Ein sehr straighter Track mit locker leichter Synthline und einem Touch Großraumdiscofeeling (das im Guy Gerber Remix noch etwas entschärft wird). Mit Rattenscharf gibt es zum Ende dann noch ein mehr als versöhnliches Ende, das auch mit einem Schuss Melancholie gespickt ist.

Unterm Strich ist Bionik ein sehr schlüssiges Technoalbum, das nicht zuviel will, es aber auch gar nicht muss. Einzige Ausnahme ist vielleicht Rückenschwimmzipper, das insgesamt zu hektisch und nervös wirkt, irgendwie zu gewollt ist und zu viele disparate Layer übereinander schichtet. Eulbergs Produktionsstil ist gewachsen seit Flora & Fauna, und so ist Bionik ein gut produziertes Album mit diversen Clubmomenten, das dabei aber nicht auf eine gewisse Stimmung, mal euphorisch, mal gedämpfter, verzichtet.


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