Die Darts Weltmeisterschaft ist auch ein Phänomen. Hier geht es noch um einen ‘Sport’, der nicht auf glamouröse Stars angewiesen ist, bei dem niemand für Nutella, Wilkinson oder CK Unterwäsche wirbt, sondern die Bierbäuche, Tätowierungen und Vollbärte noch mit Stolz und bemerkenswerter Pracht präsentiert werden. Kontinuierlich werfen die Akteure im gleißenden Scheinwerferlicht die Darts in Richtung Brett, immer bemüht die veflixten Triple- und Doppelfelder zu treffen, und dabei möglichst angestrengt und konzentriert dreinzublicken, während im Hintergrund Fans und Anhang frenetisch bei Bier und Salzstangen ihr persönliches Volksfest feiern. Dazu grölt ein Moderator neben dem Brett die aktuellen Punkte ins Mikrofon, wobei vor allem die legendäre 180 herausposaunt wird wie es einst Michael Buffer beim Boxen getan hat. Ist der entscheidende Satz dann gewonnen sieht man sie dann aber doch, die Emotionen, da wird auch der grauhaarige Maurer aus der englischen Provinz zur Rampensau, aber nicht ohne dem Gegner zuvor den nötigen Respekt zu zollen. Man kennt sich, man schätzt sich eben in der Darts Welt. Faszinierend, irgendwie.


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