RSS

6. May 2009, 18:35

Singles

Christian Löffler – Heights Ep (Ki001)

Manche Platten sprechen direkt zu dir, tauchen mit einem Mal aus dem wohl niemals endenden Strom der tausenden kurzweiligen House Releases auf und berühren dich anhaltend. Sie erklären dir ohne Worte eine neue Perspektive auf Altbekanntes, die du, ohne es zu wissen, vermisst hast. Christian Löfflers Heights Ep auf dem neuen Kölner Ki Records ist, meinem Empfinden nach, genau so ein Release.

Das titelgebende Heights ist eine elegische und gleichzeitig hochdynamische Verbindung zwischen weitsichtiger Melanquolie und Groove. Unmissverständlich befinden wir uns hier im Aufzug Richtung Chefetage. Phasierend, entfalten sich raumergreifend verrauschte Flächen im Zusammenspiel mit einem metallisch gestaffelten Stabthema, halten dann immer wieder inne, um sich erneut hymnisch hinein in die Nacht tragen zu lassen. Was man in Heights schon vermutet, wird beim Hören von Silent Night offensichtlich: Hier hat jemand seine eigene ausbalancierte Sprache im Fomat House gefunden, so gekonnt wird zwischen individueller Soundästhetik und Melodieentwicklung Spannung erzeugt und – gehalten. Niemals zu kitschig, aufdringlich oder überbordend, gelingt ein kompletter Turnaround von ‘Stille Nacht’.

Der Folgetrack Ghost ließe sich mit einem Samadhi-Tank gebaut von Carsten Nicolai vergleichen, würde Carsten Nicolai Samadhi-Tanks bauen. Kristallklar, auf Zeit spielend und simplement: herzergreifend mitreißend. Samadhi-Tanks sind Zeitkammern, anfang der Siebziger erforscht. Wasserbecken, aufgestellt in abgedunkeltem Raum, in denen man sich mit Atemmaske in illusorischer Schwerelosigkeit auf eine Reise ins psychisch Innere begibt. Carsten Nicolai ist bekannt für sehr reduzierte Installationen, in denen er Klang auf filigrane Weise visuell sichtbar macht, angelehnt an das Prinzip der Cymatik.

Fade, Ausklang der Platte und längster Track, erzählt von Sehnsucht, und lässt sich wie ein Anflug von Nebel in der sommerlichen Abendsonne verstehen. Unermüdlich deep nach vorne tanzend, wird ein melodisches Feuerwerk an edlem Sounddesign entfacht. Ein verhalltes Synthieglockenspiel verbindet sich mit modulierten Chord-Fades zu einer dezent schimmernden Harmonie. Wie sagt man so schön: “Leave them hungry for more”…

Christian Löffler präsentiert auf der Heights Ep, ohne wenn und aber, eine durchweg überzeugende Perspektive auf House von beeindruckender musikalischer Bandbreite und Dynamik. [rydm]

2 Kommentare

  1. micha

    ich bin auch ein fan!

    ReplyReply
  2. Paul

    fan bin ich auch! finde sowieso alles super was christian so macht! :-)

    ReplyReply

Antworten