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16. June 2007, 15:32

Singles

Burial – Ghost Hardware (Hyperdub 004)

Burial kann eigentlich nichts falsch machen. Nach dem epochalen Debütalbum aus dem letzten Jahr und einem neuen Track auf der Box of Dub Compilation auf Soul Jazz nun also eine neue 12″ auf Hyperdub, die wirklich bis zur Veröffentlichung geheim gehalten wurde.
Stilistisch ähnlich dem Debüt, führt Ghost Hardware Burials Endzeitdub konsequent weiter: Sehnsüchtige Vocalschnipsel, düstere Synths, tiefer Bass, und eine unfassbare Percussion, die immer irgendwie etwas neben dem Beat zu stehen scheint. Dazu Echo, Reverb, metallenes Klappern, Knistern und Rauschen; es vibriert, es bewegt sich, es geht durch Mark und Bein und trotzdem sind die Samples nie so wirklich greifbar; die Maschinen sprechen und doch hat der Sound etwas organisches. Burial nimmt uns mit auf einen Trip durch verlassene Warehouses, durch die South London Boroughs bei Nacht, durch Reihenhaussiedlungen und von Neonlicht durchflutete Straßen. Es ist Musik für die Nacht, es ist düster, es flüstert dir ins Ohr, und wenn bei einem Track wie Shutta nach zwei Minuten kurz die Drums ausfaden und sich eine Frauenstimme über orchestrale Synthstabs erhebt, dann versteht man was es einem sagen möchte.
In einer Zivilisation, die möglicherweise auf ihr Existenzende hinarbeitet, hat Burial den perfekten Soundtrack für die Apokalypse geschrieben, einen Sound, der momentan einmalig und absolut konkurrenzlos ist. Unglaublich gut.

# Ghost Hardware @ Boomkat

3 Kommentare

  1. Jabz

    Schönes Review, werde mir die Scheibe mal besorgen

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  2. Matthias

    Und konsequent das Wort “Dubstep” vermieden. Zu Recht, Burial spielen mittlerweile irgendwie in einer eigenen Liga und haben diese Schublade nicht mehr nötig …

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  3. micha

    ganz meine meinung, sooo ein tolle platte…

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