Sportliches
Ausschreitungen in Istanbul
4:2 für die Gastgeber ging das gestrige WM-Qualifikationsspiel zwischen Türkei und der Schweiz in Istanbul aus. Zuwenig für die Türken, die das Hinspiel 2:0 verloren, und somit die WM-Teilnahme verpasst haben.
Während man den Schweizern in ihrer Außenseiterrolle nur gratulieren kann, haben die Türken dagegen kaum Mitleid verdient. Zum wiederholten Male kam es nach einem Fußballspiel in Istanbul zu schweren Ausschreitungen. Sport1 berichtet folgendes:
Nach dem Schlusspfiff mussten die Eidgenossen buchstäblich in die Kabine flüchten. Von den Rängen warfen die enttäuschten türkischen Anhänger Gegenstände auf den Platz und griffen sogar Medienvertreter im Kabinengang tätlich an.
Ersatzspieler Stephane Grichting bekam von einem türkischen Sicherheitsmann einen Tritt in den Unterleib und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus. Torwarttrainer Erich Burgener wurde von Wurfgegenständen getroffen und kassierte ein blaues Auge. Dies berichtete der Schweizer Pressesprecher Pierre Benoit.
Weitere Berichte sagen zudem, dass zusätzlich auch türkische Ersatzspieler und Sicherheitssleute an den Tumulten beteiligt waren. Von türkischer Seite wehrt man sich, indem man als Auslöser den Schweizer Nationalspieler Huggel hinstellt, der angeblich einen Türken getreten haben soll und somit alles angezettelt hat. Der Schweizer Verband führt dies wiederrum auf eine andere Attacke zurück, die vorher erfolgte. Da während und nach den Ausschreitungen Filmverbot herrschte, ist die ganze Angelegenheit relativ unklar, doch die Fakten liegen auf der Hand:
- Die Schweizer Mannschaft wurde schon bei ihrer Anreise 4h auf dem Flughafen von Istanbul festgehalten.
- Auf dem Weg zu Stadion flogen neben Milchtüten auch Steine auf den Mannschaftsbus.
- Ein Schweizer Spieler musste nach einem Tritt in den Unterleib ins Krankenhaus gebracht werden.
- Mehr als 2 Stunden war die Mannschaft nach dem Spiel in ihrer Kabine eingeschlossen.
- Aus Sicherheitsgründen musste die Mannschaft heute geschlossen nach Zürich fliegen, und nicht wie geplant in verschiedene Richtungen zu ihren Heimatvereinen.
Nun kann man nur hoffen, dass die FIFA ein für alle mal konsequent durchgreift; Drei Spiele ohne Publikum halte ich angesichts der jährlichen Wiederholung solcher Szenen für lächerlich. Die Bestrafung sollte mindestens in dem Maße erfolgen, dass bei der nächsten WM-Qualifikation ein Heimspielverbot für die Türkei erfolgt. FIFA-Boss Sepp Blatter spricht sogar von einer möglichen Disqualifikation für die übernächste Weltmeisterschaft. Denn während Deutschland beispielsweise Millionen in die Sicherheit in seinen WM-Stadien investiert, scheint es dem türkischen Verband zu genügen, für ‘brisante’ Spiele lediglich ein paar Polizisten mehr zu berufen, was offensichtlich nicht ausreicht, denn die türkische Fußballmentalität und angebliche ‘Euphorie’ hat inzwischen einen Grad erreicht, der nicht mehr zu akzeptieren ist.
Das i-Tüpfelchen des schlechten Verlierens setzte dann noch der türkische Trainer Terim obendrauf:
“Ich entschuldige mich vor der türkischen Nation, dass wir es nicht geschafft haben, aber die Spiele wurden nicht auf dem Rasen entschieden, sondern durch schwache Schiedsrichter-Leistungen. Wir haben ein sehr gutes Spiel geliefert”, meinte der türkische Nationalcoach Fatih Terim.
Er sollte sich nicht vor der türkischen Nation, sondern für die türkische Nation entschuldigen.















Senf dazu?