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19. March 2008, 17:26

Artists

Artist Watch: White Hinterland

casey dienel

Bei so einem Bandnamen wird man als Deutscher erstmal skeptisch. Bitte nicht. Es ist eine lyrische Metapher, die Vorstellung einer stillen, baumkargen, schneebedeckten Küstenlandschaft, die bis zum Horizont reicht. Das Bandquartett White Hinterland um die amerikanische Songwriterin Casey Dienel hat ein sehr nachhaltiges Album namens Phylactery Factory auf dem texanischen Label Dead Oceans ( welches zum Entdecken zu empfehlen ist) rausgebracht und tourt seit Anfang des Jahres durch die Staaten. Wunderbar gleichberechtigt mit und eingebettet durch Geige, jazzigem Schlagzeug und Bass singt Dienel verträumt, dezent und manchmal auch offen ängstlich, und spielt dazu Klavier. Das macht sie übrigens seit sie vier ist und natürlich hat sie auch klassische Komposition studiert. Erinnert mich beim zuhören gleichzeitig in der Anmut an Joni Mitchell und vom Songwriting an Sufjan Stevens. Das ist nicht übertrieben. Dienel ahmt aber keineswegs nach, sondern auf erschreckend-schöne Weise scheint hier ein unverstelltes, zitatfreies Talent mit seiner Band direkt Songs zu kommunizieren, deren Charakter und poetische Reflektion ein lang nicht gehörtes Level besitzen.

Phylactery Factory ist am 4.3.2008 auf Dead Oceans erschienen. Einige der Songs des Albums (einige wiederum als Alternativaufnahmen) waren im Netz legal und frei zu finden.

# Dreaming of the Plum Trees
# The Destruction of the Art Deco House
# Hung on a Thin Thread
# Lindberghs Metal Birds

Ein frühes Solo-Demo von Casey Dienel ebenfalls:
# Tundra (Demo)

und weitere ältere Stücke von ihrem Solo-Album Wind-up Canary und Unveröffentlichtes in einer Live-Session Version auf daytrotter.com auch umsonst als Download.

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