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thelastbeat.com. Sympathy for Disruption. Elektronische Musik, Netzkultur und Anti-Establishment, portioniert serviert im Blogformat, pikant gespickt mit ausgewählten Interviews, Features und Reviews, und abgeschmeckt mit einer Brise Netaudio, unkontrolliert gebraut seit 2005.
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Anzeigen gegen Filesharer

Alle paar Monate erscheint eine Meldung über Filesharer, und wie es ihnen langsam an den Kragen geht. Ob ein italienischer DJ verhaftet wird oder ob jemand für 100 Songs 10.000€ Strafe zahlen muss, die Meldung hat stets den Zweck abzuschrecken, denn ebenso schnell wie die Meldungen Runde machen, sind sie auch wieder vergessen. Vorgestern war es dann mal wieder so weit, Heise berichtet über eine Strafanzeigen-Welle gegen Filesharer, ausgelöst durch eine Firma namens Logistep, die behauptet alle gängigen Filesharingprogramme zu kontrollieren, um dann anhand der IP der Benutzer eben diese anzuzeigen. Wenn dann ein Benutzer ein Produkt des Auftraggebers illegal uploaded wird eine Geldstrafe (im Artikel wird 50€ pro Upload genannt) fällig.

Klingt wild? Ist es auch, denn das selbsternannte “Anti-Piracy-Unternehmen” wirkt mehr als dubios: Die Webseite hat kein Impressum, besteht scheinbar nur aus zwei Mitarbeitern, und die scheinbar so hochentwickelte Technikabteilung klassifiziert Bittorrent und Emule als FTP-Protokoll. Angenommen die Firma hat wirklich die technischen Möglichkeiten die IPs der Benutzer zu loggen, so scheint das Ganze doch eher Abzocke einer Briefkastenfirma zu sein anstatt ein ernsthafter (wenn auch objektiv gesehen richtiger) Versuch das Filesharing zu stoppen. Immerhin dürfte bei 20.000 Anzeigen die Staatsanwaltschaft für die nächsten Jahre etwas zu tun haben, wenn sie denn wirklich allen nachgehen wollen, was jedoch höchst fraglich ist. Dazu ist allein schon die Beweislage (IP + Benutzerkennung, wobei die genaue Zeit möglicherweise noch nicht mal bestimmt werden kann) zu dürftig. Meine Einschätzung: Von der Firma Logistep wird man in einigen Wochen ebensowenig hören wie von ihren Vorgängern, aber der PR-Stunt ist jedenfalls geglückt.


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