RSS

11. June 2008, 17:42

Singles

Ane Brun – Headphone Silence (Henrik Schwarz Remix)

Man kann Vorzeichen Glauben schenken, man kann sie milde lächelnd entgegennehmen, stumm akzeptieren oder unbeeindruckt über Bord werfen. Ich weiß nicht mehr genau was es bei mir war, als die ersten Stimmen von Henrik Schwarz’ Remix der norwegischen Sängerin Ane Brun im Netz erklangen, und immer wieder dieses Wörtchen “Hymne” gefallen ist. Was auch immer es war, die Vorzeichen hätten kaum besser sein können, denn was Henrik Schwarz aus Ane Bruns ohenhin schon bezaubernden Vocals gemacht hat, ist fast zu schön um in Worte zu fassen. Es ist wieder einer dieser Geistesblitze von Henrik Schwarz, der aus dem melancholisch-schwermütigen Original eine nicht minder tiefsinnigen, aber gleichzeitig doch einen so befreienden und beherzten Housetrack zaubert.

Ein Edit von Dixon und einer von New Jerseys Housemogul Dennis Ferrer des besagten Remixes sind auf dieser EP enthalten, und die interkontinentale Zusammenarbeit trägt ihre Früchte auf verschiedenste, aber gleichermaßen faszinierende, Weise: Dixons Edit entfaltet sich langsam und anmutig, lässt gemächlich Rhodes- und Keyboard-Tupfer herein, und verliert sich nach dem Breakdown in Streichern und tänzelnden Synthie-Lines, die so entfesselnd sind, dass man eigentlich nur noch die Arme in die Luft recken möchte. Dennis Ferrers Ansatz ist ein anderer, zielt mit treibender Bassline klar auf die schwitzigen Momente im Club zurück, oder auf jene Augenblicke, wenn die Sonne am Horizont hervorblinzelt und die Sommerfestivals dieser Erde in ein wohliges Licht eingehüllt werden, während Ane Bruns eindringliche Vocals auch den letzten Morgentau verdampfen lassen, und man auch sein letztes überteuertes Bier mit seinem Nebenmann teilen möchte weil der Moment einfach so verdammt perfekt ist.

Nicht bloß eine Hymne für den Sommer, sondern ein vorsichtiger Klassiker. Jetzt schon.

Ane Brun – Headphone Silence, ist auf Objektivity erschienen.