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26. June 2005, 02:10

Tägliches

An der Kasse

Der größte Problem dass ich mit Supermärkten der Kategorie “billig” habe, ist nicht etwa die etwas kleinere Produktpalette. Auch nicht die Tatsache, dass man Produkte auch mal aus dem Karton nehmen muss, oder die permanente Unterbesetzung des zumeist schlecht gelaunten Personals. Nein, das schlimmste an den Billigmärkten ist die Kasse, oder genauer: das Warenband. Während es in den gewöhnlichen Supermärkten generell ein relativ großes Warenband gibt, zeichnen sich die Billigmärkte, passend zu den kleinen Preisen, mit kleinen Warenbändern aus, die gerademal groß genug sind um eine Sechserpackung Mineralwasser und zwei Packungen Milch unterzukriegen. Damit könnte man leben, doch der wirklich hässliche Teil des Einkaufserlebnisses folgt erst nachdem die Waren den Scanner (immerhin, bis vor kurzem haben die Mitarbeiter bei Aldi alles noch per Hand eingegeben!) passiert haben – es gibt keinen Platz! Kein Stauraum, keine Verlängerung, einfach nur nichts, eine Klippe vor der sich die eingekaufen Waren auftürmen. Wer nicht schnell genug seinen Einkaufswagen darunterschiebt hat schon so gut wie verloren, besonders wenn die Schlange hinter einem bedenkliche Ausmaße erreicht hat, und alles “schnell, schnell” gehen muss. Zeit zum einpacken bleibt nicht, einfach erstmal alles wieder zurück in den Wagen werfen, packen kann man ja draussen. Oh Moment, bezahlt werden muss ja nebenbei auch noch. Also schnell ins Portemonnaie gelangt und der Kassiererin einen großen Schein in die Hand gedrückt, in der Hoffnung dadurch noch etwas Zeit zu gewinnen. Aber nein, da ist das Wechselgeld schon, das man erstmal lose in die Tasche steckt und das offene Portemonnaie zwischen Äpfel und entkoffeinierten Kaffee wirft. Kann man ja draussen alles sortieren, nur erstmal hurtig Platz schaffen für den nächsten Kunden.

Spätestens wenn ich dann etwas entfernt von der Kasse merke dass die Milchpackung den Joghurt zerquetscht hat und dieser sich über mein halboffenes Portemonnaie ausbreitet frage ich mich wieder ob denn ein bisschen mehr Stauraum zuviel verlangt ist? Eine Kosten- und Platzfrage schließe ich hiermit kategorisch in den meisten Fällen aus. Steckt da vielleicht eine tiefere Philosophie dahinter? Soll es den Kunden zum schnelleren Einpacken trainieren, oder ist es nur ein genereller Fehler im Planungskonzept?
Ich werde mir diese Fragen spätestens in zwei Tagen stellen, wenn ich merke, dass ich doch die Butter vergessen habe.

2 Kommentare

  1. stefan

    kann die schilderungen soweit bestätigen und möchte sie aber noch ergänzen. zwei weitere aspekte die mich primär stören:

    - kunden welche am warenband meinen sie müßten unbedingt den einkauf der anderen kunden kommentieren. ä-t-z-e-n-d
    - kunden die sich vor dem warenregal penetrant an einen heranschieben während man noch dabei ist einen kaufentscheidung zu fällen und einem ihre alkohol-fahne ins gesicht hauchen. e-k-l-i-g

    auf der habenseite steht natürlich die aus kostengründen dort eingesparte berieselungsmusik ;)

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  2. ned nederlander

    noch etwas:

    leute, die sich hinter einem an der kasse anschmiegen oder gar kuscheln und man gleichzeitig deren einkaufswagen in die hacken bekommt. zum kotzen.

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