Feature
20 Jahre. So alt wird The Black Dog in diesem Jahr. Mit neuer Besetzung, neuem Label und einem Arsenal an remasterten Klassikern im Rücken, hat man ein neues Album produziert, dessen Sound sowohl an die warme, analoge Elektronika früherer Zeiten anknüpft, aber auch in neue, technoide Sphären vordringt. Wir sprachen mit Ken Downie und Martin Dust über Morsecode, Trends und Innovationen.
Blog
Mai 08 2008

Und wieder eine neue Konzeptidee aus dem Hause M_nus: The Cube. Was genau das ist, kann ich noch nicht so richtig nachvollziehen, aber es ist wohl irgendetwas, bei dem man sich bei M_nus Liveshows registrieren kann um dann irgendwelche Goodies anzustauben…whatever. Zum Glück bin ich nicht der einzige, der das alles etwas irritierend findet. “May the Farce Be With You” als Caption für das obrige Bild finde ich aber grandios. M_nus entwickelt sich immer mehr zur Sekte, und angesichts der Masse an Kommentaren zu Hawtins letzten RA Podcast, sind die Anhänger vielzählig.
Mai 07 2008
Da fragt man sich schon, was für Vollidioten das sind, die in einen Club gehen, um dann dem DJ sein Equipment zu klauen. Erst letzten Monat hat in New York jemand die externe Festplatte von Matthew Dear gestohlen, und zwar während des Sets, was natürlich gleich doppelt dreist ist, und jetzt hat es offensichtlich Magdas Laptop in Erfurt erwischt. Sehr uncool.
On Saturday night, my laptop bag was stolen from Centrum Club in Erfurt. We as djs and artists dedicate our entire energy and spirit to what we do. We work very hard to present music in our own special way. There is no better feeling than knowing that you and the people on the dancefloor are completely connected and knowing that we can share that feeling of excitement from hearing a new special track. In the end, we are not there to play for ourselves but for the people who support us and our music. I am deeply sad and disappointed to know that something like this could happen, especially in the dj booth, the one place where things should be safe. I feel like I have been stripped of the one thing that is closest to my heart. We are all in this together and we must respect each other, otherwise there is no point.
Mai 05 2008
Compost Upcomer Jay Shepheard hat für diese feine Serie tief in die Plattentasche geschaut, und 14 Housetracks gefunden, die nicht nur exzellent serviert sind wie ein guter Cocktail, sondern auch in Sachen Mixing noch das passende Schirmchen oben drauf spannen. Unter einigen unbekannteren Künstlern finden sich Songs von Alex Attias, Manuel Tur, Motor City Drum Ensemble, Wagon Cookin und Mr. Shepheard selbst – eine Mischung zwischen deepen, hedonistischen Grooves und straightem Vocalhouse, was sich in einem durchweg guten Flow zeigt, der gespickt mit einigen prägnanten Highlights ist – für mich kurzum eine der besten House Mix-CDs des noch jungen Jahres.
Mai 01 2008

Vor einigen Jahren, es dürfte zwischen Play und 18 gewesen sein, war ich mal auf einem Moby Konzert. Ich war jung, hatte das nötige Kleingeld, und mochte die quietschbunten Technoproduktionen aus den 90er Jahren. Moby war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gänzlich in der Irrelevanz verschwunden, und auch die irritierende Weltverbesserer-meets-Veganer Attitüde hat sich zu diesem Zeitpunkt noch in Grenzen gehalten. Die Show war auch, gemessen daran, dass ich noch leicht zu beeindrucken war, auch gar nicht mal so übel; bombastisch, mit stetig wechselnden Bühnenbackgrounds, reichlich Lichtshow und einem Moby, der von einer Seite der Bühne auf die andere flitzte, sang, trommelte und Knöpfchen drehte. Die Crowd, die zu einem guten Anteil aus alternden Technoheads mit Bauch- und Haaransatz bestand, fand es gut, mir taten beim Heimweg etwas die Ohren weh. Wegen der Lautstärke, versteht sich. Es war meine erste, aber nicht letzte Begegnung mit etwas, das man gemeinhin “Stadiontechno” bezeichnet (wie viel das letztendlich mit Techno per se zu tun hat, sei mal dahingestellt).
Wie auch immer, das sind olle Kamellen. Nicht nur für mich, sondern auch für Moby. Die Zeiten von Stadiontechno sind inzwischen vorbei, nicht nur für Moby, sondern allgemein. Protagonisten wie Moby und The Prodigy, die Mitte der 90er noch eine ganze Generation durchgedrehter Ecstacyraver mit prägnanten Melodien, krachenden Basslines und hirnrissigen Vocalhooks nach vorne peitschten sind inzwischen gänzlich in der Unwichtigkeit angelangt. Gerade bei The Prodigy traut man sich kaum noch überhaupt neues Material zu hören, um dem Fremdschämen zu entgehen. Denn schließlich haben wir alle noch irgendwo eine Kopie von Music for the Jilted Generation rumliegen, die uns an bessere Zeiten erinnert.
Underworld, eine weitere Instanz in Sachen Techno und Liveshow, sind zwar auch weiterhin noch mit Bombast-Visuals auf den Festivalbühnen rund um den Globus zu finden, aber auch hier hat sich etwas getan. Vermehrte Clubgigs im kleineren Rahmen, Internetbroadcasts statt Bühnenshow, und ein Versuch mit dem letzten Album in eine etwas verkopftere Sphäre vorzudringen. Ein Experiment, das wie wir alle wissen, auch nur teilweise funktioniert hat, und die Masse auf den Liveshows immer noch lautstark ein Born Slippy einfordert, und das obwohl die Band so viel bessere Tracks parat hat
Dann wären da noch die Chemical Brothers, die spätestens seit dem letzten Witz eines Albums und trotz des wohl größten, unnötigsten Live-Setups im Elektronik-Business trotzdem weiterhin Grammys und andere Preise unwissender Mainstream Kanäle einheimsen, obwohl sie spätestens seit Star Guitar keinen ernstzunehmenden Track mehr hatten. Immerhin, einer von beiden hatte zwischendurch immerhin Lily Allen als Freundin, was immerhin zu etwas positiver Presse in den Tabloids geführt hat. Ansonsten sind die Chemical Brothers aber ebenfalls, so leid es mir tut, qualitativ um Jahrzehnte von ihren früheren Produktionen entfernt.
Was bleibt also? Kraftwerk touren seit einigen Jahren wieder durch die Hallen, obwohl die Maxi-Playback-Show eigentlich auch an Frechheit grenzt, aber trotzdem noch einen gewissen Retro-Charakter hat, den man ihnen anrechnen kann. Gleiches gilt wohl auch für Daft Punk, die beiden knuddligen Roboter-Franzosen, die nach einigen grausamen Platten sich auch wieder über ihre futuristische Bombast-Liveshow in Rampenlicht gerückt haben, und zehn Jahre nach dem ersten Livealbum ein neues veröffentlicht haben. Das klatscht natürlich voll in die aufgeweichten Synpasen der Altraver, und auch die nachfolgende Generation, die ‘Rave’ nicht ohne ‘New’ davor kennt, fährt darauf ab wie Dorfkinder beim Autoscooter.
Vielleicht kommt hier eben doch alles zusammen, der Enthusiasmus, die Masse, die Lautstärke, die Erinnerungen. Denn sind wir ehrlich: Wer einmal dabei war, egal ob 2008 oder 1994, weiß genau warum Stadiontechno hoffentlich nie ausstirbt, selbst wenn es nur noch ein Abklatsch früherer Zeiten ist. XLR8R hat sich mit dem Phänomen des Stadiontechnos ebenfalls beschäftigt, und dort erklärt auch Moby, um wieder etwas die Kurve zu bekommen, warum er über diese ganze Sache hinweg ist:
“I quickly realized that I had more fun DJing records for 75 people at Nublu than going on tour and performing for 10,000 people a night,” explains Moby. “I can imagine if I have children at some point, they’re gonna say, ‘Okay, college is $200,000 for four years and you need to pay for it.’ And I’ll say, ‘Maybe I could… if I’d toured more instead of DJing at Nublu.’ From a financial perspective, I’m an idiot.”
Lassen wir die letzten drei Worte einfach mal so stehen, und schauen uns dafür zwei Klassiker aus den guten alten Zeiten an, als Stadiontechno aber noch sowas von Arsch getreten hat. Zwei Beweise, warum inzwischen alles neue etwas blass wirkt.
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Apr 30 2008

Gerade eben “Doll deckt Dopingschmuggel auf” gelesen und erstmal erschrocken. Irgendwie geht mir dieses Thema in letzter Zeit ziemlich nahe…
(und er ist immer noch nicht weg...)
Apr 30 2008
Soweit ich das nach zwei Hördurchgängen beurteilen kann, ist das etwas seltsam betitelte When Life Gives You Lemons, You Paint That Shit Gold das vielleicht bis dato schlüssigste, eingänglichste und schlichtweg beste Album von Atmosphere, was angesichts einiger sehr guter Alben in der Vergangenheit schon beachtlich ist. Denn das Hip Hop Duo aus Minneapolis hat schon in den letzten Jahren die Messlatte beachtlich hoch angesetzt wenn es darum ging persönlichen Zwiespalt, Consciousness und Ironie mit wunderbaren Oldschool-Sample Beats zu verbinden, ohne sich dadurch vom Mainstream auffressen zu lassen, auch wenn man kurz davor war: Eskapaden mit Fans, exzessive Touren, übermäßiger Alkoholkonsum und die daraus resultierenden Folgen sind nur eines der Themen, die der 35-jährige Rapper Slug, immer wieder in seinen Texten aufrollt, und das gänzlich ohne Bling Bling, ohne typische Rap Floskeln, sondern immer mit einem etwas kryptischen Wortwitz gespickt.
Schon seit Anfang der 90er Jahre stehen Sean Daly alias Slug und Producer Anthony Davis alias Ant auf der Bühne. Zu Beginn war Slug noch Teil des Rhymesayers Kollektivs, und rappte sich zusammen mit seinen Kollegen Stress & Spawn durch amerikanische Kleinstädte. Als die anderen beiden sich eines Tages auf ihre Soloprojekte konzentrieren wollten, kam an ihrer Stelle Ant als der neue Mann im Hintergrund ins Boot, und schon bald kristallisierte sich Atmosphere als Duo heraus. Seitdem hat man zusammen fünf Alben und unzählige EPs produziert, und der Charakter Lucy Ford, den Slug zu Zeiten des Debütalbums mit gleichem Namen als Alter Ego ins Leben gerufen hat, um seine persönlichen Erfahrungen besser lyrisch verarbeiten zu können, ist als eines der Leitmotive der Band bekannt. Inzwischen stehen Atmosphere gemeinhin für intelligenten Leftfield-Rap, und auch in Sachen Tour hat man sich mit einer eigenen Band geschickt abzugrenzen gewusst. Eine Entwicklung, die sich auch auf der aktuellen Platte zeigt.
XLR8R hat aktuell eine sehr gute Reportage über das Duo verfasst, in der sich Slug und sein Kollege Ant über das Rap-Dasein und ihre Heimat Minneapolis auslassen, und nebenbei wird noch die Geschichte von Atmosphere etwas genauer beleuchtet, über die sich Slug auch durchaus kritisch zu äußern weiß:
“I became a caricature of the guy in those records. Writing songs about my issues manifested me to stay stuck in them. Especially when I started to deal with people who didn’t know me but only knew the personality on the record–those are the people who expected me to get wasted with them and end up trying to fuck them in their room. I made the mistake of attempting to live up to that.”
Apr 26 2008

Der Mythos von Bryn Jones aka Muslimgauze lebt auch knapp zehn Jahre nach seinem Tode fort, und schon lange plane ich ein Feature über den Mann, der zu Lebzeiten über 100 Alben produziert hat. Eine der vielen “verschollenen” Aufnahmen ist nun wieder aufgetaucht. 1996 aufgenommen, dann als Tape weitergegeben, ist Wish of the Flayed inzwischen wieder einigermaßen (eines der Trademarks von Muslimgauze war es, Aufnahmen gänzlich ungemastered zu veröffentlichen) remastered, und wird großzügigerweise ganz legal zum kostenlosen Download angeboten. Previews aller neun Tracks gibt es auf der entsprechenden Seite.
# Muslimgauze - Wish of the Flayed (.zip, 96MB)
Apr 25 2008
Kate Simko aus Chicago ist zwar kein neues Gesicht am Producerhimmel, ist aber durch ihre aktuelle EP She Said in den letzten Wochen plötzlich um einiges bekannter geworden. Zu Recht, möchte man sagen. Denn der Titeltrack ist ein 11 Minuten Minimal Monster, das sich mit druckvoller Bassdrum, vertracktem Drum Programming und einer sich langsam und bedrohlich aufbauenden Synthline in Sphären emporschraubt, die sowohl auf als auch jenseits des Dancefloors beachtliche Verwüstung zurücklassen können. Dazu gibt es einen Remix von Ryan Elliott, der versucht das Ganze etwas zu komprimieren, und mit Soltera einen weiteren Track, der eine etwas zurückhaltendere Seite von Simko zeigt, und insgesamt etwas deeper daherkommt.
Schade ist nur, dass Dulce nur auf dem digitalen Release zu finden ist, ein Track, der trotz seines treibenden Grooves eine ungeahnt melancholische Grundstimmung besitzt, die man im Minimalbereich einfach viel zu selten hört, und einer meiner ganz persönlichen Favorites des Jahres bis dato darstellt. Emotional Minimal - der perfekte Soundtrack für nächtliche Stadtrundfahrten, und auch sonst möchte man eigentlich nur mehr von Ms. Simko hören.
# Kate Simko @ MySpace
# kate Simko Liveset @ Spectral Party, Miami
Apr 25 2008
Es kommt nicht oft vor, dass der Opener eines Albums auch gleichzeitig der längste Track ist. Doch beim Debüt-Album von Todd Osborn, einem Producer aus Michigan, dessen musikalische Wurzeln stark mit Detroit verwachsen sind, ist nichts wie es scheint. Das selbstbetitelte Album ist eine echte Wundertüte, die mit 78 Minuten Spielzeit bis zum Rand gefüllt ist, und genau deswegen so viel Spaß macht.
16th Stage heißt der Opener, der mit einem luftig-lockeren Groove und elegischen Streichern und Glockenspielen schon mal die Stimmung des Albums anklingen lässt, auch wenn man sich nicht zu früh auf eine Schublade verlassen sollte. Mehr zur Sache geht es dann mit Downtown und Evenmore, und spätestens hier merkt man, wo Osbornes Einflüsse liegen, denn selten hört man einen Track, der so offensichtlich dem alten Detroit- und Chicago-Housesound Tribut zollt. Es sind diese nostalgischen Piano- und Streichereinlagen, die das ganze Album durchziehen, und das, obwohl Osborne sich von Track zu Track in eine andere Richtung bewegt, und es den Anschein hat, als kommen 1000 Ideen auf einmal zusammen. Das Faszinierende ist: es funktioniert, denn nie hat man das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht an seinem Platz ist, und selbst das etwas bizarre, aber aufheiternde Definition of a Breakdown wirkt ebenso wenig außer Kontext wie das verspielte Interlude Suffer, das ein wenig klingt wie Luke Viberts frühere Acid-Produktionen, oder das von Tribal-Drums und afrikanischen Gesängen angetriebene Afrika.
Die Stärken liegen jedoch ganz klar bei den Techno- und Housetracks. Gerade L8 ist ein fantastisches Stück Detroit-Nostalgie, dessen staubtrockene Snares und HiHats, ebenso wie bei Junk Food mit einer ordentlichen Brise Acid abgeschmeckt sind, und dabei klingen wie Warehouse Rave zu seinen besten Zeiten. Als Gegenpol wirken da Tracks wie Ruling oder das letztjährige Outta Sight, zwei astreine Housetracks, wobei gerade ersteres mit einem eingängigen, fast poppigen Vocalsample wunderbar nach Frühling klingt. Gerade in der zweiten Hälfte des Albums wird Osbornes eigener Stil immer mehr deutlich, bei dem pumpende Technosmasher á la Air Pistol den verträumten Synthlines von Detuned und den flirrenden Streichern von Fresh gegenüber stehen, als wäre es das natürlichste auf der Welt.
Osbornes Debütalbum ist ebenso nostalgisch wie frisch, melancholisch und hedonistisch zugleich, es springt zwischen Genregrenzen und klingt dabei trotzdem wie aus einem Guss, es ist ein Tribut an Detroit, an Chicago, an Acid und Vocalhouse, bei dem man sich wünscht, die Nacht würde nie zu Ende gehen. Ein Kompliment, an eines der besten Alben des laufenden Jahres! Hätte ich das Album vor einigen Wochen bei Osbornes Gig in der Berliner Panoramabar schon gehört, vielleicht wäre ich mit anderen Augen (und vor allem Ohren) an die Sache herangegangen.
# Spectral Sound
# Preview @ Ghostly
Apr 24 2008
Weniger aktuelle Compilation als Labelschau, hat man bei Klang diese 14 Tracks aus dem Backkatalog ausgegraben, die mit straighten Technotracks von Misc, Alex Cortex und Raudive, seltsamen Lounge- und Funkausflügen von Silo und Anthony Shakir, flirrender Glitch-Elektronika von Eight Miles High und einer ganzen Menge anderer ungeschliffender Diamanten so ziemlich das gesamte – Achtung - Klang-Universum abdecken. Zum Schluss gibt es gar noch einen gänzlich beatlosen Alter Ego Track aus dem Jahre 1996, als man statt brachialem Geklöppel noch in ruhig-plinkernde Elektronikkompositionen vertieft war. Alleine deswegen ist diese Compilation vermutlich für alle zu empfehlen, die sich mit der Vielseitigkeit des Labels vertraut machen wollen. Für alle anderen gibt es vermutlich keine Überraschungen, aber evtl. einige Wiederentdeckungen.
Apr 24 2008
Ich bin ja bekennender Fan von Field Recordings. Gerade Aufnahmen von Bahnhöfen oder ähnlichen öffentlichen ‘urbanen’ Plätzen hatten schon immer eine gewisse Anziehungskraft für mich. Daher find ich so ein Projekt wie die Soundmap of Cologne auch sehr spannend: Field Recordings von allen möglichen Ort in und um Köln. Vom Stadtwald zum Airport und zurück, ist die Sammlung schon gar nicht mal so schlecht, aber natürlich noch lange nicht ausgeschöpft (so etwas kann ja prinzipiell niemals ausgeschöpft sein). Alle Sounds werden zudem unter CC-Lizenz veröffentlicht, falls jemand ein wenig experimentieren möchte.
(via)
Apr 24 2008
Quiet Village, das “Retro-Psychedelica meets Surfrock” Projekt von Matt Edwards (besser als Radio Slave bekannt) und Joel Martin, ist zwar so gar nicht mein Fall, aber an was erinnert mich diese Bläser-Sektion im Opener Victoria’s Secret (hier zu hören) doch gleich?
Achja, richtig, an das hier:
Toll.
Apr 24 2008
Es gibt sicherliche viele Künstler, die sowohl Kunst im klassischen Sinne als auch Musik gleichzeitig produzieren. Raoul Sinier aus Paris ist einer von ihnen. Unter dem Pseudonym Ra hat er als Küstler in den letzten Jahren diverse Animationen, Musikvideos, digitale Kunstprojekte und Cover für seine eigenen Produktionen und andere Musiker (u.a. dDamage, Mad EP und TTC) ins Leben gerufen. Als Musiker hat er seit 2004 Alben auf Planet Mu und Sublight veröffentlicht, wurde u.a. von Datach’i und Vast Aire geremixt, und ist inzwischen beim Berliner Experimental-Label Ad Noiseam angekommen.
Keine schlechte Entscheidung, denn Siniers Musik bewegt sich zwischen der Aggressivität und Hyperaktivität von Breakcore á la Venetian Snares und sample-orientierten Instrumental Hip Hop, die immer wieder mit der Organik klassischer Instrumentierung (vor allem Gitarren, die Sinier auch teilweise selbst gebaut hat) durchtränkt wird, und passt damit perfekt in das Raster von Ad Noiseam. Siniers Kunstprojekte, die größtenteils digital gemalt werden, sind abstrakte Gebilde, die häufig Tiere und Menschen mit futuristisch-nihilistischen Elementen verbinden, und dabei stets in dezenten, sehr geerdeten Grau- und Grüntönen gehalten sind, was auch diese Diskrepanz in Siniers Musik zu unterstreichen scheint.
Brain Kitchen heißt das aktuelle Album, das einen weitern Schritt nach vorne für Raoul Sinier darstellt, und abermals wieder die Brücke zwischen verkopfter Elektronika, Sampling-Madness und eingängigeren, etwas zurückhaltenden (relativ gesehen) Stücken schlägt. Wie es sich für einen Allround-Künstler handelt, hat sich Sinier auch nicht lumpen lassen, und bringt neben einem Video Teaser auch begleitend zum Albumrelease ein 24-seitiges PDF Magazin heraus, in welchem diverse Artworks vorgestellt werden, ein Interview mit Sinier selbst zu finden ist, sowie drei Kurzgeschichten, von Sinier illustriert. So viel Engagement, gepaart mit zudem noch guter, wenn auch nicht immer einfacher, Musik muss einfach erwähnt werden.
# Raoul Sinier - Listen Close
# Raoul Sinier - Solid Flesh
# Raoul Sinier @ MySpace
# Brain Kitchen Magazine
Apr 24 2008
Dubstep Wunderkind Skream kommt nach seinem ersten Gig in Offenbach letztes Jahr zurück ins Rhein-Main-Gebiet: Am 10.5.2008 wird er im Tanzhaus West am Start sein.
